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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Die Linse.

Fig. 28.

hinteren Fläche schreibt man nun ebenfalls die Zahlen 1, 2, 3, 4, 5aber so, dass 1 am Rande und 5 am Pole der Linse steht, und dann

verbindet man durch gedachteF, e- 27 - Faserzüge jede Zahl der vor-

deren Fläche mit der ihr zu-nächstliegenden gleichnami-gen der hinteren Fläche. Dannerhält man die beistehendeFigur, die in ihrem Krois-felde die geometrische Pro-jeetion der Faserung der vor-deren Fläche gibt, und derendrei Lappen nach rückwärtszusammengeklappt die Fase-rung der hinteren Fläche ge-ben würden. So ist der Kernder menschlichen Linse an-gelegt, so die ganze Linsevieler Säugethiere. BeimMenschen wird der Bau deroberen Schichtencomplicirter,indem diese drei Axen sich zweimal verzweigen, so dass in der Begel12 Endäste vorhanden sind, wie es Figur 28 zeigt.

Am einfachsten sind die Linsen der Nage-thiere: hier sind die drei Axen auf zwei reducirt,die zusammen eine gerade Linie bilden.

Denkt man sich die Linse durchschnitten, sobemerkt man, dass die Schichten sich, je mehrman nach innen kommt, der Kugelgestalt oder viel-mehr der Gestalt eines mit seinem Halstheile nachhinten gewendeten Ballons nähern. Es stellt Figur 29einen solchen Durchschnitt nach einer von Sernoffgezeichneten und in Stricker's Handbuch derGewebslehre veröffentlichten Abbildung dar. Manbemerkt erstens, dass die vorderen und hinteren Oberflächen immer con-vexer werden, und zweitens, dass der Kern der Linse nicht in einer

Ebene liegt, die man sich durch denFig. 29. grössten Kreis der Linse gelegt denkt,

sondern hinter dieser Ebene, so dassdie Oberfläche, welche man sich durchsämmtliche grösstc Kreise der Linsen-schichten gelegt denkt, nach hintenconvex, nach vorn concav ist. Zu-gleich nimmt der Brechungsindex vonaussen nach innen immer mehr zu.Die Substanz der Linse ist eben imKerne am dichtesten, an der Ober-fläche am wenigsten dicht. Darausfolgt, dass das Licht beim Eintritte in jede neue Schicht von rTeuem ge-brochen wird, so dass es also, da diese Schichten ausserordentlich dünn