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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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N. sympathicus.

pathicus die Schleimhaut der inneren Wangenfläche, der Lippen, desZahnfleisches und des Gaumens nicht erblasstc, sondern im Gegenfhcilesich mit Blut überfüllte. Günstig für den Versuch, ist es, wenn das Thicrmil einer geringen Dosis Curare unbeweglich gemacht wird. Wir habenferner gesehen, dass nach dem Ausroisscn des Ganglion thoracicum primumdie obere Extremität, und nach dem Ausroisscn des Ganglions, welchesbei Hunden auf dem 5. und 6. Lendenwirbel liegt, die untere Extremitäthyperämisch wird. Gefässvcrcngcrndcr Nerven für die Hinterbeine verlassennach S. Stricker beim Hunde das Rückenmark noch bis zum vierten Brust-nerven hinauf. Wir haben ferner gefunden, dass die N. splanchnici dievasomotorischen Nerven für den Darmkanal führen, dass sie somit einGefässgcbict von sehr grosser Capacität innerviren, indem das Gefässgebioldes ehylopoetischen Systems geräumig genug ist, nahezu die ganze Blut-menge des Körpers aufzunehmen. Unterbindet man einem Thiere diePfortader, so geht es unter den Erscheinungen der Anämie zu Grunde,weil sich im ehylopoetischen System so viel Blut ansammelt, dass dieübrigen Organe an Blut verarmen.

Eine Erscheinung, die hier noch mit aufgezählt werden muss unterdenjenigen, welche von vasomotorischen Nerven abhängig sind, ist dieErection dos Penis. Eckhard hat gefunden und experimentell an Hundennachgewiesen, dass aus dem ersten, zweiten und dritten SacralncrvenEasern in den Sympathicus übergehen, welche mit diesem zu den Gcfässendes Penis gelangen, und dass die Reizung dieser Nerven Erection desPenis hervorruft. Es ist noch nicht ausgemacht, in wie weit hier erre-gende und in wie weit hier hemmende Wirkungen übertragen worden;gewiss ist nur, dass die Erection nicht ausschliesslich und auch nicht derHauptsache nach durch gehinderten Rückfiuss des Venenblutes hervor-gebracht wird. Es strömt bei derselben eine viel grössere Blut mengeals sonst durch die Arterien in die Bluträume des cavernöson Gewebesein. Die Nervi crigentes können bekanntlich durch die N. optici undN. olfactorii vom Gehirne aus erregt werden, ebenso von den verschie-densten Tastnerven der Körperoberfläche. Die Kette der Erregungenbraucht aber nicht immer durchs Gehirn abzulaufen. Hunden, denen Goltzdas Rückenmark durchschnitten hatte, konnten Erectionen durch Streichenam Penis leichter und sicherer erzeugt werden als unversehrten Hunden.Es liegt also auch im Lendenmarke ein Reflexccntrum für die Erectionund, wie aus einer Beobachtung von Brächet hervorgeht, auch für dieEjaculation. Druck auf eine Hinterpfote oder elektrische Reizung derGefühlsncrvcn hebt diese Rcflcxercction auf, ebenso wie an unversehrtenThiercn kräftigere Einwirkung auf sensible Nerven die Erection auf-hebt. Hier ist also nicht der Schmerz als solcher das Wirksame, sondernder Vorgang im Nervensysteme, der uns zugleich das Gefühl des Schmerzeshervorruft.

Wir sind hier bei der schwierigen Frage angelangt, ob es centrifugalwirkende gefässerweiternde Nerven für die Extremitäten gibt und wiedieselben Avirkcn. Es ist darüber viel gestritten worden. Ihre Existenzlässt sich iwohl nicht in Abrede stellen. Nach S. Stricker gelangen siebei Hunden zu den Hinterfüssen auf zwei Wegen, erstens direct durchdie hinteren Wurzeln des vierten und fünften Lendennerven, und zweitensindirect, indem sie mit den Wurzeln der oberen Lendcnnerven und einem