N. sympathicus.
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Wir haben gesehen, dass, wenn man Blut durch die Coronargefässeeines Herzens hindurchleitct, dasselbe ausserhalb des Körpers viel längerfortsehlägt, als wenn dies nicht geschieht. Auch wenn nur Blut oderSerum in die Herzhöhlen hineingefüllt ist, erhält sich das Herz länger(tätig, als wenn dies nicht der Fall ist. Legt man ein blutleeres Frosch-herz, das schon aufgehört hat zu schlagen, in Blut oder Serum hinein,so hat man nicht selten Gelegenheit zu beobachten, dass es wieder zuschlagen anfängt.
Tiedemann hat schon vor vielen Jahren beobachtet, dass, wennman ein Herz unter die Glocke der Luftpumpe legt, der Herzschlagimmer matter wird und endlich aufhört. Wartet man, bis dies ein-getreten und lässt dann Luft zu, so fängt das Herz von Neuem an zupttlsiren.
Ausser diesen Impulsen, welche das Herz aus seinem eigenen Gan-gliensysteme empfängt, und vermöge welcher es sich rhythmisch zusammen-zieht, nachdem es aus dem Körper entfernt worden ist, erhält es auchImpulse vom Centralorgane. Es ist dies schon aus der alltäglichen Beob-achtung ersichtlich, indem wir wissen, dass die Gemüthsbewegungen aufden Bhythmus der Herzthätigkeit einen sehr grossen Einfluss ausüben. Diehemmenden Nerven für das Herz haben wir bei Gelegenheit des N. vaguskennen gelernt. Wir haben gesehen, dass er regulirendc Fasern für dasHerz führt, welche aus dem Accessorius Willisii in seinen Stamm ein-getreten sind. Wir müssen uns jetzt sagen, dass diese nicht direct aufdie Muskelfasern des Herzens wirken, sondern auf die Ganglien, die inner-halb des Herzens liegen, und von welchen die motorischen Impulse fürdie Musculatur des Herzens ausgehen. Man kann deshalb mit Bidderdie Hemmung der Herzbewegung durch den N. vagus als eine Befiex-hemmung bezeichnen, indem sie mit den Keflexhemmungen im Gehirneund Riickenmarke das gemein hat, dass die Hemmung zunächst auf dienervösen Centren, die hier sympathische Ganglien sind, ausgeübt wird,während bei den Hemmungen im Gehirn und Bückenmark es Ganglien-körper sind, die im Centralorgane liegen. Es sind aber auch in neuererZeit die beschleunigenden Nerven des Herzens gefunden worden. Dieselbengehen ihm zu vom Halsthoilc des Sympathicus. Bezold machte daraufzuerst aufmerksam. Man war aber damals noch nicht im Stande, ander-weitige Möglichkeiten auszuschliessen, indem bei Beizung dieser Nervenauch der Blutdruck sehr bedeutend steigt und somit die Erhöhung derPulsfrequenz eine seeundäre, durch den erhöhten Widerstand veranlasstesein könnte. Ludwig und Cyon haben aber später gezeigt, dass dieseFasern auch, abgesehen von der Erhöhung des Blutdruckes, die Herzbe-wegung beschleunigen.
Die Gefässnerven haben wir schon an verschiedenen Orten kennengelernt. Wir haben gesehen, dass das motorische und rcrlectorische Haupt-centrum für das gesammte Gefässsystcm in der Medulla oblongata zusuchen sei. Wir haben gesehen, dass, wenn man den Sympathicus zwi-schen der zweiten und dritten Hippe durchschneidet, das Carotidensystemseinen Tonus verliert, dass hier also die Fasern durchpassireA müssen,die durch den Plexus caroticus zum Carotidensysteme gehen. DieserEinfluss erstreckt sich jedoch nach Dastre und Mo rat nicht auf alleTheile des Carotidensystems. Sie fanden, dass bei Beizung des Sym-