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Nervus glossopharyngeus.
anderen an demselben vorbeigehen. Longet erklärte sich später wiederfür die alte Ansieht und berief sich darauf, dass alle Fasern des N. glosso-pharyngeus aus der Verlängerung des Sulcus collateralis posterior aus-treten, und dass er ja auch ein zweites Ganglion bilde, und wenn einTheil der Fasern sich wirklieh nicht an einem Ganglion betheilige, sokönne dies daher rühren, dass der N". glossopharyngeus gemischt sei, abernicht aus einem sensiblen und einem motorischen, sondern aus einem Tast-nerven und einem Geschmaeksnervcn. Es sei ja nicht sicher, dass dieGeschmacksnerven sich, wie die hinteren Kückenmarkswurzeln, an derBildung eines Wurzelganglions betheiligen.
Bis dahin hatte man nur immer die Reizversuche am Halstheiledes Glossopharyngeus vorgenommen. Es konnte also ungewiss sein, obdie Muskelconfractionen, die man hier erzielt hatte, wirklich von denFasern des letzteren herrühren oder nicht. Jetzt muss man, wenn mannicht geradezu die Angaben guter und gewissenhafter Beobachter leugnenwill, zugeben, dass die Ansicht von Johannes Müller die richtige ist,indem angegeben wird, dass auf Reizung der Wurzel Contraction im M.stylopharyngeus, im Constrictor pharyngis medius, im Levator palati mollisund im Azygos uvulae erzielt worden seien. Wir sehen hier also einezweite Quelle für die motorische Innervation des weichen Gaumens, dieerste haben wir im N. facialis kennen gelernt.
Im Uebrigen ist der N. glossopharyngeus wenigstens in Rücksichtauf seinen Zungenast vor Allem Geschmacksnerv. Er verbreitet sich vor-wiegend im hinteren Dritttheile der Zunge und versieht die Papulaecireumvallatae. Er gibt aber auch einen von Hirschfeld entdecktenAst ab, der in der Zunge fortläuft und bis an den vordersten Theil der-selben gelangt. Wir haben ferner gesehen, dass auch der Ramus lingualisN. trigemini wahrscheinlich der Zunge Glossopharyngeusfasern zuführt.Der Glossopharyngeus wird von Vielen für den ausschliesslichen Geschmacks-nerven gehalten. In Rücksicht auf die Geschmacksempfindung des Bitterenist hierüber auch kaum Zweifel vorhanden. Nicht ganz so steht es, wiebereits erwähnt wurde, in Rücksicht auf die Empfindung des Süssen undSauren, indem nach einigen Beobachtern Individuen, bei denen der Trige-minus, nicht aber der Glossopharyngeus gelähmt war, süsse und saureSubstanzen auf der gelähmten Seite schwächer schmeckten als auf dergesunden. Ferner erzählt Bernard von einem Falle von Facialislähmung,in dem Citronensäure, die man auf die gesunde Seite einstrich, schnellerals auf der kranken Seite gespürt wurde. Bernard leitet dies von derLähmung der Chorda tympani ab, und er gibt an, dass, wenn er Hundendie Chorda tympani in der Trommelhöhle zerstört hatte, sie auf die krankeSeite gebrachte Weinsäure weniger rasch bemerkten als auf der gesundenSeite. Auch von Duchenne und von Romberg sind Fälle beschriebenworden, welche für eine Betheiligung der Chorda an den Geschmacks-empfindungen sprechen. 0. Wolf durchschnitt in einem Falle beimMenschen die Chorda in der Paukenhöhle. Die Vorderzunge verlor aufderselben Seite die Geschmacksempfindung von der Spitze an in der Längevon zwei Centimetern, in der Mittellinie gemessen. Zugleich verschwandnach Wolf in diesem Gebiete die Temperatursempfindung und die Tast-empfindung, insofern als rauhe Gegenstände wie glatt gefühlt wurden.Wir haben schon früher beim Nervus facialis Erscheinungen besprochen,