Nervus trigeminus.
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zum Mylohyoideus und versorgt den vorderen Bauch des Digastricus,während der hintere vom Facialis innervirt wird.
Die sensible Portion des Trigeminus versorgt alle Haut- undSchleimhautbedeckungen des Kopfes mit gewissen Ausnahmen. Erstensmit Ausnahme des grössten Theiles des Pharynx, der hinteren Gaumen-bögen und des hinteren Theiles der Zunge, wo sich Vagus und Glossopha-ryngeus verbreiten. Ferner der Tuba Eustachii und der Trommelhöhle,weiter des tiefsten Theiles des äusseren Gehörgangs, der vom Kamusauricularis nervi vagi versorgt wird, und endlich eines Theiles der Ohr-muschel und des Hinterhauptes, wohin Cervicalnerven gehen.
Die übrigen Haut- und Schleimhautbedeckungen des Kopfes werdenempfindungslos, wenn der Trigeminus durchschnitten wird. Diese Operationkann man am Kaninchen leicht ausführen. Der erste, der es that, warFodera. Er sprengte ein Stück vom Seitentheile des Schädels weg unddurchschnitt den Trigeminus gleich an seinem Ursprünge. Später hatMagen die diese Operation vielfältig ausgeführt und ein eigenes Messerdafür erfunden. Das Messer hatte die Form eines kleinen, an seinerSchneide vorn spitz zulaufenden Beiles. Auf dem stählernen Stiele desselbenbefand sich ein Zeichen, bis zu welcher Tiefe das Messer eindringenmusste. Dieses Messer stiess er von der Seite durch den Schädel biszu dem Zeichen auf dem Stiele, dann drehte er es und machte denSchnitt. Jetzt macht man diese Operation gewöhnlich mit einem Messer,das zu diesem Zwecke von Bernard angegeben wurde und einem kleinenDieffenbach'schen Tenotom sehr ähnlich ist. Man umwickelt dasselbe,so weit es nicht eindringen soll, mit Zwirn, nimmt es dann in die Hand,setzt den Daumen derselben auf den äusserlich fühlbaren knöchernenTkeil des äusseren Gehörganges, führt das Messer, indem man nach vornvom Gehörgange einsticht, horizontal ein, geht auf der Basis des Schädelsund auf dem Felsenbeine horizontal nach einwärts, bis man so weiteingedrungen ist, wie es die Bewickelung des Messers gestattet. Danndreht man das Messer um, so dass die Schneide nach abwärts sieht, undindem man jetzt das Heft hebt und die Schneide nach abwärts drückt,zieht man das Messer langsam heraus. Dadurch fasst die Schneide denTrigeminus auf dem Felsenbeine und schneidet ihn daselbst zwischen derBrücke und dem Ganglion semilunare Gasseri durch, und zwar ohne ander-weitige Verletzung. Das erste Zeichen, dass man den Trigeminus durch-schnitten hat, ist ein lauter, gellender Schrei, den das Thier ausstösst.Kaninchen sind bekanntlich nicht sehr empfindlich, man kann allerleimit ihnen vornehmen, ohne sie zum Schreien zu bringen, aber bei dieserOperation stossen sie stets, falls sie gelungen, einen anhaltenden Schreiaus. Sieht man in diesem Augenblicke die Pupille an, so findet man siestark verengert, später aber erweitert sie sich wieder. Jetzt handelt essich darum, zu untersuchen, ob man den Trigeminus vollständig durch-schnitten hat. Zu diesem Zwecke untersucht man die Lippen an beidenSeiten mit Nadeln. Man wird bemerken, dass, sowie man an die Lippen-lüilfte der gesunden Seite kommt, diese zurückgezogen wird, dass abermit der Lippenhälfte der gelähmten nicht dasselbe geschieht, sonderndass sie sich, wie todt, mit der Nadel fortschieben lässt. In derselbenW eise untersucht man die Hornhaut und den inneren Augenwinkel.Wenn man die Conjunctiva oder die Hornhaut der gesunden Seite mit