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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Bewegungsnerven des Auges.

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Betracht kommenden Nerven unwillkürlicher Muskeln ein Centrum imRückenmark, ein oder mehrere andere im Gehirn haben.

Was die Veränderungen des Gcfässsystems anlangt, so ist es klar, dassdie Erweiterung von nichts Anderem herrührt als davon, dass wir mit demHalstheilc des Sympatkicus auch zugleich in demselben verlaufende vasomoto-rische Nerven des Carotidensystems durchschnitten haben. Reizen wir dieselbenNerven, so tritt das Gcgcntheil ein, es ziehen sich die Gefässe zusammen.

In Bücksicht auf die Temperaturerhöhung glaubte man anfangs, hiereine eigene Quelle für Wärmebildung eröffnet zu haben. Die späterenUntersuchungen haben aber überzeugend nachgewiesen, dass die Erhöhungder Temperatur sich lediglich aus dem reichlicheren Blutzuflusse erklärt.Das Ohr mit seiner sehr grossen Oberfläche ist fortwährend der Abkühlungausgesetzt. In seiner knorpeligen Masse und seiner dünnen Haut wirdvcrhältnissmässig sehr wenig Wärme gebildet. Es wird also gewisser-massen fortwährend geheizt durch den Strom des warmen Blutes, derdurch die Gefässe hindurchgeht. Wenn das Blut reichlicher zugeführtwird, so wird in derselben Zeit mehr Wärme zugeführt als früher. DasOhr muss also wärmer werden als das andere, dem die normale MengeBlutes zugeführt wird. Demnach erhebt sich auch die Temperatur desOhres niemals über die in den inneren Thcilen herrschende.

Man war anfangs der Meinung, dass auch diese vasomotorischenNerven ihren Ursprung in der Regio ciliospinalis hätten. Bernard hataber gezeigt, dass dies nicht der Eall ist, sondern dass sie das Rücken-mark weiter unten verlassen. Wenn man beim Hunde den Grenzstrangdes Sympathicus zwischen der zweiten und dritten Rippe durchschneidet,so treten die Veränderungen im Gefässsystem auf, aber nicht die Ver-änderung in der Stellung des Auges und in der Grösse der Pupille. Beidenselben Untersuchungen hat er sich auch bemüht, noch andere Wegevon vasomotorischen Nerven nachzuweisen. Er hat dabei gefunden, dass,wenn man das Ganglion thoracicum primum ausreisst, die obere Extre-mität sich erwärmt, und dass, wenn man das Ganglion, das beim Hundeauf dem fünften und sechsten Lendenwirbel aufliegt, ausreisst, die untereExtremität des Thiercs sich erwärmt. Man hat also durch diese Opera-tionen die Bahnen der betreffenden vasomotorischen Nerven unterbrochen.

Wir haben nun die Quellen kennen gelernt, aus denen die dreiBinnenmuskeln des Auges ihre Nerven erhalten. Wir wollen uns jetztfragen: unter welchem Einflüsse steht die Pupille, wovon ist ihre Er-weiterung und Verengerung abhängig? Der Einfiuss, den wir am leichtestenbeobachten können, ist der des Lichtes. Wenn wir Licht in ein Augefallen lassen, erweitert sich die Pupille, und wenn wir das Licht wiederabhalten, verengert sie sich. Das ist eine Reflexbewegung, welche durchReizung des Nervus opticus ausgelöst wird. Sie bleibt aus, wenn derNervus opticus durchschnitten ist, sie kann also nicht ausgelöst werdendurch die Ciliarnerven. Wir kennen auch die ganze Kette der durch-laufenen Bahnen. Wir können den Nervus opticus zu den Vierhügelnverfolgen; unter den Vierhügeln entspringt der Oculomotorius. Es istalso klar, dass die Erregung von den centralen Enden des Opticus aufdie Ursprünge des Oculomotorius übertragen wird, und dass dadurch dieVeränderungen in der Pupille zu Stande kommen. Die Veränderung istaber nicht auf die Pupille des einen Auges beschränkt, sondern es bewegt