Bewegungsnerven des Auges.
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durchschnitten worden ist, verengert sich die Pupille des Auges der-selben Seite, das Auge schielt nach innen, es ist etwas in die Orbitazurückgesunken, so dass die Lidspalte enger wird, indem die Lidspalteihre Oeffnung nicht blos der Wirkung des Lcvator palpebrao superioris,sondern auch dem Drucke verdankt, den der Bulbus von innen herausausübt. Endlich bei denjenigen Thieren, welche ein drittes Augenlid,eine Nickhaut haben, zieht sich diese so vor, dass sie die Pupille grössten-teils, bisweilen sogar gänzlich bedeckt. Gleichzeitig mit diesen Ver-änderungen ändert sich auch der Füllungsgrad der Blutgefässe des Kopfes;dies ist bei Thieren mit durchscheinenden Ohren, wie die Kaninchen,zunächst dadurch auffallend, dass sich die Gefässe des Ohres der ope-rirten Seite sichtlich stärker mit Blut füllen. Namentlich fällt es auf,dass nicht allein die Venen als rothe Stränge stärker sichtbar sind alsim normalen Zustande, sondern, dass neben ihnen auch die stärkergefüllten Arterion als ähnliche rothe Stränge verlaufen. Auch amAuge kann man diese stärkere Gefässfüllung, wenn auch woniger auf-fallend als an den Ohren beobachten. Auch die Temperatur der beidenOhren ist ungleich, indem das Ohr der operirten Seite wärmer ist, alsdas der anderen Seite. Es fragt sich: woher rühren alle diese Erschei-nungen? Um das zu erfahren, muss man das peripherische Ende desdurchschnittenen Sympathicus reizen. Beizt man dieses mit den Elek-troden eines Magnetelectromotors, so erweitert sich die Pupille weit überihr gewöhnliches Maass, das Auge richtet sich wieder gerade, ja sogaretwas nach aussen, die Nickhaut zieht sich zurück, der Bulbus wirdhervorgedrängt und dadurch die Lidspalte weiter geöffnet als die desandern Auges. Kurz die Erscheinungen sind das gerade Gcgcnthcil vondenjenigen, die durch das Durchschneiden erzielt worden sind. Wennman jetzt die beiden Ohren miteinander vergleicht, so sieht man, dassin dem Ohre der Seite, auf welcher gereizt wird, die Gefässe fast voll-ständig verschwunden sind, dass sie sich im hohen Grade verengert haben.Dasselbe kann man im Auge wahrnehmen. Wenn man während derEeizung mit dem Augenspiegel untersucht, so bemerkt man, dass dieGefässe der Betina und Chorioidea sich in Folge derselben zusammen-ziehen. Es kann jetzt nicht mehr zweifelhaft sein, dass die Pupillen-verengerung daher rührte, dass man die Nerven durchschnitten hatte,welche den Dilatator pupillae innerviren. Dadurch hatte der Sphincter dasüebergewicht bekommen und die Pupille hat sich verengert. Jetzt reizt mandieselben Nerven, die Folge davon ist, dass die Pupille sich stark erweitert.Warum tritt das Auge beim Beizen hervor, und warum sinkt esbei der Durchschneidung in die Orbita zurück: Das erklärt sich ausdem Vorhandensein eines Muskels in der Orbita, der von Heinrich Müllerentdeckt wurde und unter dem Namen des Müller'sehen Muskels bekanntist. Er besteht aus glatten Muskelfasern und überspannt die Fissura orbi-talis inferior. So lange dieser Muskel erschlafft ist, liegen seine Fasernbogenförmig, wenn er sich aber zusammenzieht, so spannen sie sieh gerade,verengern dadurch den Kaum der Orbita und müssen das Auge heraus-drängen. Denkt man sich, dass dieser Muskel im Leben in einem mitt-leren Grade von Zusammenziehung sich befindet, so wird er vollständigerschlaffen, nachdem der Sympathicus, der ihm Nerven sendet, am Halsedurchschnitten ist, das Auge wird also zurücksinken. Wenn aber der