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Verlängertes Mark.
angestellt haben, ist über die Existenz eines solchen vasomotorischenCentrums in der Medulla oblongata kein Zweifel mehr vorhanden; zweifel-haft ist dessen untere Grenze, indem gewisse Versuchsresultate zu derVermuthung geführt haben, dass auch noch weiter nach abwärts im MarkApparate vorhanden sind, welche zur Eegulirung des Tonus der Gefass-wandüngen dienen. Auch die obere Grenze ist nicht mit Sicherkeitbekannt. Verletzungen und Extravasate im Pons, den Vierhügeln, in denHehhügeln und Streifenhügeln haben veränderten Zustand der Gefässe derHaut, angeblich auch Blutungen in den Eingeweiden zur Eolge gehabt.Die meisten Beobachtungen beziehen sich auf Gefässerweiteruno'Fig. 21. auf der gelähmten Seite hemiplektischer Individuen; man weissaber nicht, in wie weit man es hier mit directer Lähmung, inw wie weit mit Beflexlähmung, das heisst mit hemmender, mit de-primirender Einwirkung auf das Centrum in der Medulla oblon-gata zu thun hatte.
Ein drittes singuläres Gebiet in der Medulla oblongatahat vor einer Beihe von Jahren Bernard gefunden. Er durch-stach das verlängerte Mark an einer bestimmten Stelle undbrachte dadurch künstlich Diabetes mellitus hervor. Er bedientesich hiezu eines meissclförmigen Instrumentes, das er späterso modificirte, dass er von der in querer Stellung eindringen-den Schneide desselben einen Dorn (Figur 2l) ausgehen Hess,der dazu diente, das Instrument nur bis zu einer gewissenTiefe in die Medulla oblongata eindringen zu lassen, damit keinestärkere Verletzung hervorgebracht werde, als sie zur Erzeugungdes Diabetes nöthig ist. Um den richtigen Punkt zu treffen, suchtBernard bei einem Kaninchen die kleine flache Erhabenheit amHinterhaupte auf, welche am Kaninchenkopfe mit Leichtigkeitzwischen den Ohren zu fühlen ist. Diese Erhabenheit hat nachhinten eine kleine Depression, die man gleichfalls durch die Be-deckungen leicht hindurchfühlen kann. In diese Depression stösster den Meissel ein und führt ihn dann an der Bückwand desHinterhauptes nach abwärts. Dadurch gelangt er mit dem Meisselzwischen Knochen und Kleingehirn hindurch, ohne dass letzteresverletzt wird, und nun dringt der Meissel in die Medulla oblon-gata ein. In Polge dieser Operation tritt Diabetes mellitus mitallen seinen Erscheinungen auf. Die Blase füllt sich rasch, dersich darin ansammelnde Urin ist zuckerhaltig und die Secretionist dauernd vermehrt. Die Thiere gehen theils zu Grunde, theilskommen sie davon. Es hängt dies von der Grösse der Verletzungab, die sie erlitten haben. Bei den Thieren, die davon kommen,bessert sich der Diabetes rniä verschwindet endlich ganz, bei denen, diezu Grunde gehen, pflegt der Diabetes mellitus auch zu verschwinden,ehe sie sterben. Es ist sehr viel über die Ursache dieser Erscheinungenexperimentirt worden, die, als sie bekannt wurden, das grösste Aufsehenmachten. Man glaubte zuerst, dass die Wirkung dieser mit dem Kamender Piqure bezeichneten Operation darin begründet sei, dass der Vagus-kern getroffen und in Folge dessen der Bcspirationsact beeinträchtigtwerde, dass deshalb der Zucker, der normaler Weise im Blute vorhanden,nicht wie gewöhnlich verbrannt werde, sich somit im Blute ansammle