Gehirn.
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und nach Meynert ist es ausser dem der Sylvi'schen Grube anliegendenTheile des Stirnhirns die Insel und die Vormauer, deren DegenerationAphasie nach sich zieht. Die Aphasie im engeren Sinne, bei der dieKranken das, was sie, trotzdem sie ihre Zunge frei bewegen können, nichtsa<>'en können, aufzuschreiben im Stande sind, scheint namentlich mit Zer-störungen in der dritten Stirnwindung zusammenzuhängen. Bei derselbenfindet sich die Zerstörung in der Regel in der linken Hemisphäre. Da, woeine Zerstörung, die nur die rechte Hemisphäre betraf, Aphasie gemachthatte, waren es Individuen, die man als Linkshänder gekannt hatte. Manglaubt deshalb, dass diejenige Hemisphäre, welche vorzugsweise die Hantirun-gen dirigirt, sei es die linke oder die rechte, auch vorzugsweise und mass-gebend die Impulse für die Sprechbewogungen aussendet. Wenn man das inderselben Weise betrachtet wie diese Bewegungserscheinungen, so kann mausich sagen: Die Zunge des Menschen ist nicht gelähmt, er hat auch im All-gemeinen noch seinen Verstand, aber es fehlen ihm die Mittelgliederzwischen seinen Vorstellungen und zwischen den Spraehbewegüngen. Erkann die mit seinen Vorstellungen verknüpften Impulse nicht auf die-jenigen Nervenbahnen übertragen, welche eben die Zunge in die ent-sprechenden Bewegungen versetzen können, und darin ist dieser an undfür sich so räthselhafte und seltsame Zustand der Aphasie begründet.
Man hat als einen wesentlichen Einwand gegen die Deutung derHitzig'schen Reizversuche angeführt, dass man dieselben Bewegungen nocherhalte, wenn man das bezügliche Stück der Hirnrinde ausschneidet undden Grund der Wunde reizt. Ich sehe nicht ein, wieso? Man reiztdann die Fasern, welche in radikaler Richtung von der Hirnrinde aus-gehen. Man braucht nur anzunehmen, dass es hier wie bei den centri-fugalleitenden peripheren Nerven für die Qualität des Erfolges gleichgültigist, ob man sie an ihrem Ursprünge oder in ihrem Verlaufe reizt.
Nothnagel hat an der Aussenseite der grossen Hemisphäre undein wenig weiter nach vorn als das Centrum (-j- +) beim Kaninchen eineStelle gefunden, deren Zerstörung mittelst Chromsäure das Thier unvoll-kommen hemiplektiseh macht. Die Hemiplegie zeigt sich, wie bei allencentralen Lähmungen, an den Gliedern der unverletzten Seite. HatteNothnagel diese Stelle auf beiden Seiten zerstört, so sass das Thierregungslos da und liess seine Glieder widerstandslos in die verschiedenstenLagen bringen. Wenn es gekniffen wurde, wickelte es bei seinen Versuchenzu entfliehen haltungslos hin und her. Aehnliche Erscheinungen sah Noth-nagel, nachdem er Chromsäureherde in der weissen Markmasse der Hemi-sphären, namentlich im hinteren Theile derselben, in der Nachbarschaft desCornu ammonis angelegt hatte. Endlich hat Nothnagel nahe der hinterenSpitze der Hemisphäre und innerhalb derselben einen Punkt gefunden,dessen Verwundung überaus heftige Sprungbewegungen auslöst. Dieselbendauern einige Minuten und lassen dann nach. Sie sind offenbar Folgeder Reizung, nicht Folge der Zerstörung eines Gebildes.
Nachdem so der Einfluss bestimmter Theile der Hemisphären desgrossen Gehirns auf combinirte Bewegungen nachgewiesen; nachdem in dergrauen Rinde derselben bestimmte psychomotorische Centra, oder, wennman lieber will, psychomotorische Regionen entdeckt waren, handelte essich darum, die Oertlichkeit derselben am Menschenhirn festzustellen. Esgelang dj es indem man in Fällen von Verletzung oder von beschränkter
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