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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Rückenmark.

übergeben. Das Centralorgan baut sich zunächst durch das Rückenmarkund dessen oberstes Ende, durch welches es mit dem Gehirne in Verbin-dung steht, auf. Dies letztere Stück bezeichnen wir mit dem etwas selt-samen Namen des verlängerten Markes, der Medulla oblongata. Hier aberist noch nicht das wahre Ende, indem sich ein Theil des Gehirns, we-sentlich die Region, die den Aquaeductus Sylvii umgibt, durch die Ana-logie der darin vorkommenden Gebilde als direete Fortsetzung des Rücken-marks erweist. Dazu treten grosse neue Massen, welche zunächst aus denHemisphären des grossen Gehirns und denen des kleinen Gehirns besteben.

i'i*. 11.

Als analoge Gebilde schliessen sich die Oliven der Medulla oblongata au.Ihr Bau erweist sie gleichfalls als Hemisphärenbildungen, die nur wegenihrer Kleinheit nicht auf den ersten Anblick als solche erkannt werden.Wenn wir das Rückenmark quer durchschneiden, so sehen wir, dassdie Rinde desselben weiss gefärbt ist, dass sich aber in der Mitte eineFigur befindet, welche bald mehr an ein römisches X, bald mehr an einPaar ausgebreitete Schmetterlingsflügel (siehe Figur 11*) erinnert, die sichgrauröthlich und dunkel gegen die umgebende weisse Substanz absetzt.Diese beiden Substanzen finden wir bei Querschnitten durch das ganzeRückenmark immer, nur dass sich je nach der Höhe, in welcbor wirdurchschneiden, die Form der inneren, grauen Substanz ändert. Dieäussere Substanz besteht der Hauptmasse nach aus den markhaltigenLängsfasern des Rückenmarks, und sie ist weiss vermöge der Menge desLichtes, das von dem Marke der Nervenscheiden reflectirt wird, oderrichtiger: sie ist weiss, weil in ihr das stark lichtbrechende Nervcnmarkmit schwächer lichtbrechenden Gebilden abwechselt, und beim Uebergangedes Lichtes aus der stark lichtbrechenden Substanz in die schwach licht-

*) Fig. 11 nach Stilling-.