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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Centripetalleitende Nerven.

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einer unteren Extremität fühlen, die ihnen vor kurzer Zeit abgesetztworden ist. Aehnliche Beobachtungen sind auch bei Neubildungen vonXasen aus der Stirnhaut gemacht worden. Man hat gefunden, dass, wennaus der Stirnhaut eine Nase frisch gebildet war, und ihre Empfindlichkeitgeprüft wurde, während sie noch durch die Hautbrücke mit der Stirn-haut in Verbindung stand, sie sich empfindlich zeigte, aber so, dass derOrt der Heizung falsch angegeben wurde. Es wurde angegeben, es fändedie Berührung an der Stirne statt. Dann, nachdem die Brücke durch-schnitten war, zeigte sich die Nase einige Zeit unempfindlich. Aberspäter stellte sich nach und nach wieder Empfindlichkeit her, nun abermit dem richtigen Ortsgefühle, offenbar indem von Nerven, welche früherzu der fehlenden Nase geführt hatten, sich wieder solche neu in dieneue Nase hineingebildet hatten, und auf diese Weise sich die Empfind-lichkeit am wahren Orte wieder herstellte.

Die sensiblen Nerven können ebenso wie die motorischen durch sehrverschiedene Reize in Action versetzt werden, durch elektrische, ther-mische, chemische, mechanische. Es lässt sich aber die Wirkung jenerReize nicht unter ähnlichen allgemeinen Gesichtspunkten betrachten, wiewir dies bei den motorischen Nerven gethan haben, indem die verschie-denen empfindenden Nerven sich gegen chemische, thermische und elek-trische Beize ganz verschieden verhalten, und durch einen und denselbenEeiz Empfindungen und Vorstellungen ganz verschiedener Kategorien vonverschiedenen Nerven erzeugt werden. So werden durch chemische Reizeganz verschiedene Empfindungen in den Gesehmaeksnerven, in gewöhn-lichen Gefühlsnerven und endlieh wieder in Geruchsnerven hervorgerufen.Die Wirkung des Reizes, welchen die strahlende Wärme ausübt, ist eineandere, wenn diese Strahlen einerseits die Hautnerven, andererseits dieEndigurigen des Nervus opticus in der Retina treffen. Auch bei elek-trischen Reizen zeigen sich analoge Erscheinungen. Es erzeugt im All-gemeinen das Schliessen und Oeffnen einer constanten Kette stärkereErregungen als der ruhende Strom, aber der constante Strom bringt,während er durchfliegst, auch Erregungen hervor, welche dann wieder ver-schieden sind, je nach der Natur der sensiblen Nerven, welche er durch-fliesst. Es ist dies das Gesetz der speeifi sehen Energien, wie wires mit Johannes Mülle'i - nönnen^ dass" ein "und "derselbe Reiz ganzverschiedene Empfindungen hervorbringt, je nach der Natur des Nerven,welchen er trifft, einmal eine Gesichtsempfindung, ein zweites Mal eineTastempfindung, das dritte Mal eine Gehörsempfindung u. s. w., unddass andererseits jede einzelne Art von empfindenden Nerven, wenn sieerregt wird, immer zu einer ganz bestimmten Kategorie von Empfin-dungen und Vorstellungen Veranlassung gibt, gleichviel welcher Art derReiz war, durch den die Erregung hervorgerufen wurde. So repräsen-tiren alle Erregungen des Opticus nur Gesichtsempfindungen, alle Erre-gungen des Acusticus nur Gehörsempfindungen, alle Erregungen desOlfactorius nur Geruehsempfindungen u. s. w.

Rückenmark und Gehirn.

Nachdem wir uns bis jetzt mit den peripherischen Bahnen der Nervenbeschäftigt haben, wollen wir in unseren Betrachtungen zum Centralorgane