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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Centripetal leiten de Nerven.

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fernten. Eine andere Frage, auf welche wir die Antwort nicht wissen,ist die: Wie ist es möglich, dass Thiere, die ganz nach dem Typus deranderen Wirbelthiere gebaut sind, deren Nerven, Gehirn und Rücken-mark anscheinend aus denselben Formen und Materialien aufgebaut sindwie die der übrigen Thiere, sich einer solchen Immunität gegen elektrischeSchlage erfreuen können? Diese Immunität der Zitterfische scheint nureine relative, ein hoher Grad von Untcrcmpfindlichkeit zu sein. Du Boisbemerkt, dass es gar nicht zweckmässig sein würde, wenn der Fisch deneigenen Schlag nicht fühlte, denn er würde dann nicht wissen, wann undwie stark er schlägt. Er führt auch an, dass sich Zitterwelse und Zitteraaledurch Schläge gegen fremde Schläge wehren. Den Grad der Unter-empfindlichkeit im Einzelnen zu bestimmen, hat grosse Schwierigkeit.Angaben, dass unter günstigen Umständen ein Thier durch den Sehlagdes anderen zuckte, sind von Steiner in Rücksicht auf die Zitterrochen,ton Babuchin in Rücksicht auf die Zitterwelse gemacht worden.

Ich muss schliesslich noch anführen, dass mehrere Gelehrte, die sichin neuerer Zeit mit der mikroskopischen Untersuchung der elektrischenOrgane und der motorischen Nervenendplattcn beschäftigt haben, zu derAnsicht gelangt sind, dass eine sehr enge Analogie zwischen den Plattenin den elektrischen Organen und den Kühne'schen Endplatten der moto-rischen Nerven an den Muskelfasern bestehe. Hiernach könnte man sichdas elektrische Organ als einen Muskel denken, aus dem alle Muskel-fasern herausgezogen und die Endplatten alle zusammengelegt wären, undandererseits könnte man sich wieder den Muskel als ein contractiles Ge-bilde denken, auf dessen einzelnen Fasern elektrische Endplatten vertheiltwären, so dass nun die Impulse, welche zu diesen elektrischen Endplattengelangen, sieh auf die contractile Substanz übertragen und die Zusammen-ziehung derselben hervorrufen. Wenn man annimmt, dass die Reizungdes Muskels vom Nerven aus immer eine elektrische sei, und wenn manannimmt, dass die elektrischen Wirkungen in den Endplatten nur beiStromschwankungen entstehen, so würde dies erklären, weshalb der con-stante Strom auf den Muskel zwar direct, aber nicht vom Nerven auswirkt. Es hat indessen diese von mehreren Seiten aufgestellte Hypothesedie Experimentalkritik nicht ausgehalten, welche du Bois-Reymond ansie gelegt hat.

Centripetalleitende Nerven.

Gehen wir jetzt zu den centripetalleitenden Nerven über, so giltfür sie zunächst in derselben Weise, wie für die motorischen, das Gesetzder isolirten Leitung. Es können von einem Organe aus so viel getrennteImpulse zum Centrum geschickt werden, wie Nervenfasern dahin verlaufen',indem eben ein Impuls im Verlaufe der Nervenfasern niemals von dereinen auf die andere überspringt. Dieses Gesetz der isolirten Leitung istoffenbar für die centripetalleitenden Nerven ebenso wichtig wie für diecentrifugalleitenden. Denn es handelt sich beim Auslösen einer Reflex-bewegung darum, dass die Erregungen im Ccntralorgane auf bestimmteGruppen von Ganglienkugeln übertragen werden. Um dasselbe handeltes sich bei den Reflexabsonderungen, bei den Reflexhemmungen. Ebensoklar ist es, dass unser ganzes räumliches Unterscheidungsvermögen, welches