Motorische Nerven.
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<*anz ausserordentlicher Schnelligkeit entwickelt. Aber nicht mit gleicherSchnelligkeit entwickeln sich die Veränderungen, die der Strom im Nervenhervorruft und die wir mit dem Namen des Electrotonus bezeichnen. DieseVoraussetzung hat sieh durch die Versuche von Fiek vollständig bestätigt.Fick fand, dass, wenn man die Dauer eines Stromes, der noch starkgenug ist, beim Schliessen und Oeffnen den Nerven zu reizen, immer mehrund mehr abkürzt, man endlich zu einer unteren Grenze gelangt, von derau der Stromstoss keine Zuckung mehr hervorbringt. Auf diese untereGrenze kommt man um so früher, je schwächer der Strom schon an undfür sich ist, und zwar aus einem begreiflichen Grunde. Je stärker derStrom ist, um so rascher wird ein gewisser Grad von Electrotonus erzieltwerden, um so kürzer wird also auch die Zeit sein können, währendwelcher dieser Strom wirksam zu sein braucht, um einen solchen Gradvon Electrotonus hervorzurufen, dass dadurch eine Zuckung ausgelöstwird. Es hat sich auch ebenso gezeigt, dass, wenn ein Strom eine sehrkurze Unterbrechung erleidet, keine Zuckung eintritt, wenn die Unter-brechung zu kurz ist. Bei der Unterbrechung soll die Zuckung durch dasAbfallen und durch das Sichwiederherstellen des Electrotonus entstehen.Wenn aber die Zeit dafür, dass der Electrotonus wesentlich von seinerHöhe herabfallen kann, zu kurz ist, so kann weder das Herabfallen nochdas Sichwiederherstellen desselben einen solchen Reiz bedingen, dass da-durch der Muskel in Zusammenziehung versetzt wird. Auch hier zeigtsich wieder, dass je stärker der Strom ist, um so kürzer auch die Unter-brechungen sein können, die noch hinreichend sind, um einen Muskel inZusammenziehung zu versetzen.
Wir müssen diese Thatsachen im Zusammenhang mit einer andernbetrachten, mit der nämlich, dass, wie dies schon du Bois wusste undin seinem Gesetze aussprach, ein Muskel nicht in Zusammenziehung ver-setzt wird, wenn der Strom, den man durch seinen Nerven hindurch-schickt, zu langsam ansteigt oder zu langsam abfällt. Der Strom mussmit einer gewissen Geschwindigkeit ansteigen oder abfallen, damit über-haupt eine Zuckung ausgelöst wird. Je steiler er ansteigt oder abfällt, umso kräftiger fällt die Zuckung aus. Wir haben gesehen, dass es nicht derStrom als solcher ist, welcher direct die Muskelzusammenziehung hervor-bringt, sondern dass der Strom in den Nerven Veränderungen hervorruft,bei deren Entstehung die Erregungsursachen erzeugt werden, welche denMuskel in Contraction versetzen. Wenn diese Erregungsursachen beliebiglange fortbestehen, sich also fortwährend summiren könnten, so würdenendlich, wenn ein Strom auch langsam ansteigt, so viel Erregungsursachensummirt werden, dass doch eine Muskelcontraction ausgelöst wird, voraus-gesetzt, dass der Strom schliesslich zu einer hinreichenden Stärke ansteigt.Das ist aber nicht der Fall. Es zeigt sich, dass die Erregungsursachen,die hier erzeugt werden, wieder verschwinden, wenn sie nicht sofort zurWirkung kommen, und unter dieser Annahme erklären sich alle weiterenErscheinungen.
Steigt nämlich der Strom plötzlich an, so werden alle Erregungs-ursaehen, die er bei seinem Ansteigen hervorbringt, in einer kürzerenZeit erzeugt, können sich also vollständig summiren, und es entsteht eineZuckung. Steigt er dagegen sehr langsam an, so verschwindet während'eines weiteren Ansteigens ein Theil der Erregungsursachen. Es werden
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