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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Tunicii retinn.

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Fig. 25.

mit Carmin nicht oder weniger färbt, glashell, durchsichtig und zwischendie Stäbchen eingeschoben ist, so dass das Ganze die Form einer sehrlangen, dünnen Flasche erhält. YanGendercn, Stört und Engelmannhaben beobachtet, dass die Tnnengliedcr der Zapfen sich auf Lichteinwirkungverkürzen, doch scheint die Lichtempfindung hiermit nicht in unmittel-barer Verbindung zu stehen, denn wenn man gleichzeitig das andere Augebedeckt und später auch dieses untersucht, so findet mau auch in diesemdie Inncnglieder der Zapfen verkürzt. Dasselbe findetman an Fröschen, die mit Strychnin vergiftet sind.Auch die Zeit stimmt nicht, indem die Verkürzunglangsamer eintritt und langsamer wieder versehwindet,als dies von der Lichtempfindung vorausgesetzt wor-den kann. Es erwächst aber andererseits aus dengemachten Versuchen die sehr merkwürdige That-sache, dass zu den Zapfen und, wie sich zeigte, auchzum Pigmcntepithcl refleetorisch, also auch in centri-fugaler Eichtung, Impulse fortgepflanzt werden. Eswurden die Augen von Fröschen durch Kopfkappengeschützt und dann der Körper gleichzeitig berieseltund belichtet. An den im Dunkeln exstirpirten Augenfanden sich ähnliche Veränderungen vor, als ob siebelichtet worden wären.

Die Zapfen sind nicht überall glcichmässig inder Netzhaut verthoilt. Sie sind in grösster Mengean der Stelle der Netzhaut vorhanden, mit welcherwir am deutlichsten sehen, und auf welcher wirdeshalb die Gegenstände abzubilden suchen, die wirsehen wollen. Diese Stelle bezeichnen wir mit demNamen des Centrum retinae. Sie ist im todtenAuge gekennzeichnet durch einen gelben Fleck, dieMacula lutea oder Macula flava retinae. Indessen Mitte liegt eine kleine Grube, die wir mitdem Namen der Fovea centralis retinae bezeichnen(Figur 25 Ä). An dieser Stelle, die nach Kühne'sUntersuchungen nicht immer wie die übrige Maculagelb gefärbt, sondern bisweilen farblos oder dochweniger gefärbt ist, finden, sieh nur Zapfen, ohne dass h dStäbchen zwischen sie eingeschlossen wären. Je weiter

man sich aber von ihr entfernt, um so mehr Stäbchen treten auf, undzwar zuerst nur ein einfacher Eing um jeden Zapfen, später in grössererMenge.

Die zweite Schicht ist die sogenannte äussere Körnerschicht (Figur 25r),die aus kornartigen Gebilden besteht, welche mit feinen Fäden zusammen-hängen, die sich an das System von Fäden anschlicssen, das in senkrechterRichtung, das heisst senkrecht auf der Oberfläche des Glaskörpers, die Ee-tina durchzieht. Dann kommt eine Schicht, an der sich keine bestimmteStructur erkennen lässt, die im frischen Zustande durchsichtig ist, in der

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Figur 25 stellt einen Durchschnitt durch das Centrnm retinae nach MaxSehultze dar.