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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Tunica retina.

die Iris bei mittlerem Stande der Pupille meist ziemlich, eine Ebenebildet, dass, wenn die Pupille sich verengert, die Iris einen Ilaehen ab-gestumpften Kegel nach vorn bildet, und dass, wenn die Pupille sich starkerweitert, der Pupillarrand der Iris sich nach rückwärts begibt, bisweilenin solchem Grade, dass die Fläche der Iris vom Ciliarrande gegen denPupillarrand hin deutlich nach rückwärts gekrümmt erscheint.

Eine Zeit lang glaubten Viele, dass die ganze hintere Oberfläche derIris, nicht nur der Pupillarrand derselben, auf der Linse aufliege. Dasist aber nur bei neugeborenen Kindern der Fall. Es ist deshalb nichtwahr, dass auch bei Erwachsenen eine hintere Augenkammer nicht existire.Es existirt eine solche im alten Sinne des Wortes. Es ist nur keine sobreite Comniunication zwischen vorderer und hinterer Augenkammer, alsfrüher angenommen wurde, als man nicht wusste, dass der Rand der Irisauf der Oberfläche der Linse aufruht.

Retina.

Wir kommen jetzt zur dritten Schicht der Augenhäuto, zu der Rc-tina und zur Zonula Zinnii. Die Retina ist als die vordere, peripherischeAusbreitung des N. opticus anzusehen. Man kann sie aber nicht mit derperipherischen Ausbreitung eines gewöhnlichen sensiblen Nerven verglei-chen, sondern man muss sie als einen Theil des Centralnervensystems an-sehen, der in ein Sinnesorgan, in das Auge hinein, vorgeschoben ist.

Die Retina wird nach vorn durch die sogenannte Ora serrata be-grenzt. Hier hören die nervösen Elemente mit einem gezackten Rande(Ora serrata) auf. Es setzt sich aber noch eine Schicht von Zellen fort,welche zwischen der rigmentauskleidung der Chorioidea und der ZonulaZinnii liegt. Diese Zellenschicht ist zu verschiedenen Zeiten als Parsciliaris retinae beschrieben worden. Wir wissen heutzutage, dass diesePartie keine Lichteindrückc mehr empfängt, wir lassen deshalb die Netz-haut mit der Ora serrata endigen.

Die Retina selbst besteht aus folgenden Schichten. Erstens aus dersogenannten Stäbchenzapfenschicht (Figur 25 a). Die Stäbchen sind palis-sadenartige, helle, durchsichtige Gebilde, welche sich nach dem Tode sehrbald verändern, namentlich wenn sie mit Wasser oder anderen Flüssig-keiten in Berührung kommen, sich krümmen, sich der Quere nach inplattenartige Stücke aufblättern u. s. w. Sie sind mit ihren Enden indas Protoplasma und zwischen das Pigment der sechseckigen Zellen ein-gesenkt, die das Innere der Chorioidea auskleiden. Diese so eingepflanztenPalissaden sind nach einer Entdeckung von Boll im Leben mehr oderweniger stark roth gefärbt, um so stärker, je weniger sie dem Lichte aus-gesetzt waren. Kühne fand, dass man vermöge dieses lichtempfindlichenRoth auf der Netzhaut förmlich photographiren könne. Es gelang ihmauch, mittelst Gallcnsäuren den rothon Farbstoff als solchen auszuziehenund in Lösung zu bringen. Man hat dieses Roth Sehroth, auch Sehpurpurgenannt. Zwischen ihnen stehen andere Gebilde, die man mit dem Namender Zapfen bezeichnet. Diese Zapfen, Coni, sind namentlich in ihremunteren Thcile dicker als die Stäbchen. Sie bestehen aus einem Innen-gliede, welches in die nächstfolgende Schicht eingesenkt ist und sich mitCarmin roth färbt, und aus einem äusseren konischen Gliede, welches sieh