Druckschrift 
2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
Entstehung
Seite
140
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

140

Tunica uvea.

häufig in einer Länge von 3 bis 4 Millimetern in derselben verharren.Der grösste Theil derselben nimmt seinen Ursprung aus dem Ganglion ciliare,durch das sämmtliche motorische Fasern für das innere Auge gehen, wäh-rend demselben ein Theil der sensiblen durch die IST. ciliares longi ausdem Nasociliaris zukommt. Die auf und in dem Gewebe der Chorioideanach vorn verlaufenden Ciliarnerven verzweigen sich im Ciliarthcil, zumeistim Spannmuskel der Chorioidea, dann in der Iris und in der Hornhaut.

Die Tunica uvea ist mit dem Rande der Dcscemet'schon Haut undder Sclera durch die Insertion des Spannmuskels der Chorioidea verbunden,und andererseits gehen nach vorn von dieser Faserbündel von dem Ge-webe der Iris zur Descemet'sehen Haut und durch diese hindurch zurSubstantia propria corneae, so dass, wenn man die Iris etwas anzieht,diese Fasern, über welche das Epithel hinübergeht, sich in kleinen Riffenanspannen. Die gestreifte Verbindung, die auf diese Weise entsteht, istdas sogenannte Ligamentum iridis pectinatum. Zwischen diesen Verbin-dungsstellen, zwischen der Uvea einerseits und der Cornea und Sclera an-dererseits, ist mehrfach ein Kanal unter dem Namen des Canalis Fontanaebeschrieben worden. Der eigentliche Canalis Fontanae, d. h. das, wasFontana an Ochsenaugen als solchen beschrieben hat, existirt im Menschen-auge nicht. Im Menschenauge liegen die Befestigung der Iris an der Corneaund die Insertion des Tensor chorioideac unmittelbar nebeneinander. BeimOchsenauge dagegen besteht eine Verbindung zwischen Iris einerseits undCornea und Sclera andererseits, und dann kommt erst nach einer Streckedie Insertion des Tensor chorioideac, welche die zweite Verbindung derUvea und der Sclera darstellt. Zwischen diesen beiden Verbindungenliegt nur lockeres Chorioidealstroma, so dass man, wenn man Queck-silber hineinlaufen lässt, einen ringförmigen Raum erfüllen kann, der nachinnen von der Uvea, nach vorn von der Verbindung der Iris mit derCornea, beziehungsweise Sclerotica, nach hinten von der Verbindung desTensor chorioideac mit der Sclera und nach aussen von der Sclera begrenztist. Dieser Raum war es, welchen Fontana in einem Briefe an den Ana-tomen Murray als einen von ihm neuentdeckten Kanal beschrieb. DieserKanal wurde mit dem Canalis Schlemmii verwechselt, indem manSchlemm, als er seinen Kanal beschrieb, den Vorwurf machte, dass der-selbe nichts sei als der längst bekannte Fontana'sche Kanal. Das ist aberunrichtig, denn der Schlcmm'schc Kanal ist ein ringförmiger Vonenplexus,welcher in der Sclera liegt, während der Fontana'sche Kanal kein Venen-plexus ist und auch kein Sinus, und nicht in der Sclera liegt, sondernzwischen der Sclera und der Uvea. Der Canalis Fontanae ist fernermit dem Circulus venosus Hovii vorwechselt worden. Dieser ist abererstens vom Canalis Fontanae gänzlich verschieden, und zweitens ist derCirculus venosus Hovii im menschlichen Auge auch nicht vorhanden.Dieser Circulus venosus Hovii, der in der berühmten Dissertation vonHovius de cireulari motu in oculis beschrieben wurde, ist nichts Anderesals eine grosse Venenanastomose zwischen den Aesten der Vasa vorticosa,die den hinteren Rand des Tensor chorioideac umfasst, während der wahreCanalis Fontanae nach vorn vom Tensor chorioideac liegt.

Ausser ihrer Verbindung mit der Sclera und Cornea hat die Uveanoch eine Verbindung mit der Zonula Zinnii, die darin besteht, dass dieCiliarfortsätzc in den Falten der Zonula Zinnii stecken und mit letzterer

/