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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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N. Sympathieus.

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Wurzeln des Plexus brachialis mit der Regio ciliospinalis des Rücken-marks, indem ersterer aus den vier unteren Cerviealnervcn und demersten Dorsalnervon hervorgeht. Daher leitet Hutchinson die von ihmbeobachtete häufige Coincidonz der Lähmung des Plexus brachialis mitLähmung der okulopupillären Pasern, also mit Zurücksinken des Augesderselben Seite, Schielen nach innen und Verengerung der Lidspalte undder Pupille.

Der N. sympathicus ist kein selbstständiger Nerv, sondern ein Strick-werk aus Nervenfäden und Nervenknoten, so zwar, dass die Nervenfädenfreilich zum grossen Thoile ihren Ursprung aus Nervenknoten, aus denGanglien des Sympathicus nehmen, dass sie aber auch zum grossen Theileaus dem Rückenmarke und aus dem Gehirne entspringen und durch dieRami communicantes und durch Anastomosen, durch welche Hirnnervenmit dem N. sympathicus verbunden sind, in diesen übergehen. Im Ver-laufe der Stränge lassen sich diese Fasern nicht ohne Weiteres von denentrennen, die in den Ganglien selbst ihren Ursprung haben. Wir wollenuns deshalb nur noch mit der Innervation einzelner Organe beschäftigen,die Nerven durch Vermittclung des N. sympathicus und aus ihm erhalten,zunächst mit denen des Herzens und der Gefässe.

Wenn man einem Prosche oder einer Schildkröte das Herz aus-schneidet und es also aus allen seinen Verbindungen mit dem Central-nervensystem trennt, so schlägt es noch viele Stunden, ja Tage lang fort.Pas Säugcthierherz schlägt freilich, wenn es ausgeschnitten ist, nur kurzeZeit ausserhalb des Körpers fort. Das liegt aber nur daran, dass dieGcwebselemente der Warmblüter viel früher absterben, als dies bei Am-phibien der Fall ist. Schon bei jungen Thieren, bei Kätzchen, bei jungenHunden schlägt das ausgeschnittene Herz stundenlang fort und ebenso auchbei einigen erwachsenen Thieren, z. B. beim Igel (Erinaceus europaeus).Man kann aber auch durch einen von Ludwig zuerst angestellten Ver-such nachweisen, dass nur das Absterben, nicht der Mangel des Zusammen-hanges mit dem Contralnervensystem, es bewirkt, dass das Herz aufhörtzu schlagen. Ludwig verbindet die Aorta des ausgeschnittenen Herzensmit einer Arterie eines lebenden Thieres, so dass durch die Kranzgefässearterielles Blut hindurchgeht, oder er leitet geschlagenes, an der Luftarteriell gemachtes Blut in dieselben hinein und sieht nun, dass auchKaninchenherzen längere Zeit nach dem Tode fortschlagen. Es geht alsohieraus hervor, dass das Herz die Ursache seiner rhythmischen Bewegungenin sich seihst trägt.

Untersucht man das Herz näher, so findet man darin zahlreicheGanglien, und diese müssen als die Ursache der Bewegungsimpulse ange-sehen werden, die in dem Herzen fortwährend erzeugt werden. Im Säuge-thierherzen finden sich diese Ganglien sowohl in den Ventrikeln, als in denVorhöfen. Untersucht man dagegen ein Froschherz, so findet man, dassdie Masse der Ganglien in den Vorhöfen, hauptsächlich in der Scheide-wand der Vorhöfe und am Ursprünge der Venen, im Venensinus, ange-häuft ist. Trennt man die Ganglien vom Herzen, so hört der Ventrikelauf zu schlagen, ebenso wenn man sie quetscht. Legt man einen Fadenum die Grenze zwischen Vorhof und Ventrikel, so schlagen die Vorhöfeweiter fort, der Ventrikel aber bleibt ruhig. Manchmal führt er in vielgrösseren Intervallen als die Vorhöfe Contractionen aus. Man kann Aehn-