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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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N. sympathicus.

einem Kern, der jedersoits neben der Mittellinie unter dem Boden deshinteren Theiles des vierten Ventrikels liegt. Nach Clarke, Köllikerund Laura geht ein kleiner Theil der Pasern durch Kreuzung in derRaphe auf die andere Seite. Er versorgt nach der Gestalt, die ihm diegewöhnliche anatomische Präparation mit dem Messer verleiht, nicht alleindie Zunge, sondern ausserdem noch den M. geniohyoideus, den M. hyothy-reoideus, den M. omohyoideus, den M. sternohyoideus und den M. sterno-tbyreoideus. Mit seinem Hauptstamme und den Aesten desselben versorgter von den genannten Muskeln den Geniohyoideus und den Thyrcohyoideus.Der M. omohyoideus, sternohyoideus und sternothyreoideus werden vomRamus descendens nervi hypoglossi versorgt, der eine grosse Menge vonNervenfasern führt, welche ihm aus den Cervialnerven zugekommen sind.Nach Holl versorgen die eigenen Fasern des Hypoglossus lediglich dieZunge mit Einschluss des Musculus hyoglossus, genioglossus und styloglossus.Alle übrigen Muskeln, welche der Hypoglossus sonst noch scheinbar ver-sorgt, erhalten nach ihm nur Cervicalnerven, die in seine Scheide auf-genommen worden sind. Im Ramus descendens gehen auch sensible Pasernaufwärts bis zur Zunge. Damit hängt es zusammen, dass, wenn manden Trigeminus in der Schädelhöhle oder beiderseits den Lingualis durch-schnitten hat, die Zunge zwar an ihrer Oberfläche unempfindlich ist, dassman sie cauterisiren kann, dass aber beim Kneipen mit einer Zange dasThier noch Schmerz äussert, weil dann die sensiblen Fasern gereizt werden,welche der Hypoglossus als entliehene mitgebracht hat.

Die Lähmung des Hypoglossus zeigt sich durch einseitige Lähmungder Zunge. Wenn die Zunge herausgestreckt wird, so ist sie nach derkranken Seite abgelenkt, wenn sie hereingezogen wird, so ist die Spitzederselben nach der gesunden Seite abgelenkt. Die Sache ist einfachfolgende: wenn die Zunge hereingezogen wird, so ziehen sich die Längs-fasern auf der gesunden Seite zusammen, diese werden also kürzer alsdie auf der kranken Seite, folglich muss die Zunge nach der gesundenSeite hin abweichen. Wenn sie aber herausgereckt wird, so wird erstdas Zungenbein gehoben, und ausserdem werden die Querfasern zusammen-gezogen, um die Zunge schmäler und länger zu machen. Dies geschiehtnur auf der gesunden Seite, es wird diese also länger als die kranke,und in Folge davon tritt beim Herausrecken eine Ablenkung nach derkranken Seite ein.

Nervus sympathicus.

Wir sollten nun nach unserm bisherigen Plane der Reihe nach dieverschiedenen Rückenmarksnerven und endlich den N. sympathicus durch-nehmen. Bei den Rückenmarksnerven geht aber ihre Function zum grossenTheile schon aus der blossen anatomischen Betrachtung hervor, und zumTheil ist dieselbe unbekannt. Die Untersuchung wird dadurch erschwert,dass von einer Wurzel aus verschiedene Muskeln innervirt worden, dieein und derselben combinirten Bewegung dienen, die aber behufs anderercombinirter Bewegungen noch wieder Nerven aus anderen Wurzeln be-kommen, so dass, wie J. Gad gezeigt hat, ein Theil der Fasern des Muskelsvon einer Wurzel, ein anderer Theil derselben von einer andern Wurzelversorgt wird. Erwähnt zu werden verdient der Zusammenhang der