Gehirn.
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Teich und hatte endlich noch Kraft genug, sein Pferd zu besteigen undbis zu dem nächsten, eine englische Meile entfernten Hause zu reiten,wo er halb bewusstlos ankam. Die eingedrungenen Knochensplitter wurdenextrahirt, die Wunde vernäht, und nach 2 '/ 2 Monaton war der Krankewieder völlig hergestellt.
Den allcrauffälligstcn Fall theilt Long et (nach Quesnay: Remar-ques sur les plaics de cerveau) mit. Einem italienischen Lakaien fiel einStein auf den Kopf und schlug ihm ein Scheitelbein ein, so dass beimersten Vorbände ein Tlieil der hervorgequollenen Gehirnsubstanz abgetragenwerden musste, was sich später bei Erneuerung desselben noch wieder-holte. Am 18. Tage fiel er aus dorn Bette, und dabei trat wieder Ge-hirnsubstanz heraus, die abgetragen werden musste. Am 35. Tage betranker sich, riss den Verband und mit der Hand die hervorgequollene Ge-ll irnsubstanz weg. Der behandelnde Arzt bemerkt, dass der Theil, welcherin der Wunde vorlag, schon nahe am Corpus callosum sein musste. Den-noch kam der Mensch mit dem Leben davon. Er blieb hemiplektiseh,behielt aber seine Intelligenz.
Uebcrhaupt ist bei theilweiser Zerstörung einer Hemisphäre keines-wegs die gewöhnlichste Folge Verlust der Intelligenz, sondern Hemiplegieund epileptische Anfälle. Epileptische Anfälle bringt Meynert mit De-generationen im Ammonshorne in Zusammenhang.
Auch fremde Körper können im Gehirne einheilen und lange Zeitdarin aufbewahrt werden. Th. Simon fand in der linken Grosshirn-hemisphäre einer 79 jährigen Frau eine stellenweise incrustirte Nadel,welche mit ihrer Spitze bis unter das Ependym des linken Seitenven-frikels reichte. Er hält es für höchst wahrscheinlich, dass diese Nadelihr in frühester Kindheit in den Schädel gestossen worden sei.
Früher hatte man vergebens gesucht, die Beziehungen der Hemi-sphären des grossen Gehirns zu den willkürlichen Bewegungen auf experi-mentellem Wege näher zu erforschen. Dies ist erst in neuerer ZeitFritsch und Hitzig gelungen, und zwar dadurch, dass sie an Hunden,denen sie das Gehirn biossiegten, bestimmte Orte des vorderen Theilesdesselben mit schwachen elektrischen Strömen reizten. Sie setzten dabeidie Elektroden sehr nahe nebeneinander, in der Regel nur 2—3 Milli-meter von einander entfernt, auf das Gehirn und bewirkten die Schliessungund Oeffnung mittelst des Schlüssels von du Bois, der in den Strom-kreis eingeschaltet war.
Sie fanden dabei zunächst am meisten nach vorn ein Centrum fürdie Nackenmuskeln (A), d. h. wenn sie (siehe Figur 17) an dieser Stellereizten, bekamen sie Bewegungen in den Nackenmuskeln. Eine zweiteStelle (-[-) fanden sie für die Dreher und Beuger des Vorderbeins. Einedritte (-(-) für die Extensoren und Abductoren dos Vorderbeins. Sicsehen also, dass hier für verschiedene Muskelgruppen des Vorderbeins inden Hemisphären des Grosshirns die Centren ganz nahe nebeneinanderliegen. Ausserdem fanden sie ein Contrum (#), durch dessen Reizungsie Bewegungen des Hinterbeins auslösen konnten. Und endlich noch einCentrum (°-°), in welchem sie Bewegungen in den Muskeln, die vomNervus facialis versorgt wurden, auslösen konnton. Sie haben ausführlichgezeigt, dass ihre Resultate nicht etwa von Stromschleifen herrühren, diein die Tiefe gegangen wären und direet Nervenursprünge gereizt hätten.