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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Gehirn.

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im Vergleiche zu den Corpora quadrigcmina sind, um so grösser mussauch die Masse des Fusses des Hirnschenkels gegenüber der Haube aus-fallen und daher kommen die verschiedenartigen Querschnitte, welchehier das Menschengehirn und das Gehirn von Säugcthieren, namentlichniedrig stehenden, zeigt. Macht man durch ein Menschengehirn in derHöhe der Vierhügel einen Durchschnitt und einen oben solchen bei einemSäugethicrc, so findet man beim Vergleiche dieser Durchschnitte, dassbeim Menschen die Masse des Fusses über die der Haube prävalirt,während beim Säugethicrc das Umgekehrte stattfindet.

Fig. 13.

Fig. 15.

Fig. 11.

Fig. IG.

Figur 13 zeigt einen Durchschnitt durch die hinteren zwei Hügelvom erwachsenen Menschen nach Meynert, pp stellt darin die Massedes Fusses der Grosshirnschenkel dar, begrenzt nach oben durch dieSubstantia nigra. Figur 14 zeigt einen analogen Schnitt von Ccrcopithecusgriseo-viridis, Figur 15 einen solchen vom Haushunde, Figur 16 einensolchen vom Meerschweinchen. An diesen, den Gehirnen von Thierenentnommenen Durchschnitten ist die Region, welche Meynert als Analogonder Substantia nigra des Menschen betrachtet, gleichfalls durch Punktirungkenntlich gemacht.

Wenn wir die Brücke betrachten, so sehen wir den Fuss desHirnschenkels in dieselbe eingehen. Die Entwicklung der Brücke istalso auch wesentlich von der Entwickolung des Fusses dos Gehirn-schenkels abhängig. Je massenhafter der Fuss des Hirnschenkels ist, umso höher ist auch die Brücke. Die Pyramiden endlich sind eine Fort-setzung der Fasern des Fusses des Hirnschenkels: sie sind also um sostärker, je grösser die Masse des Hirnschonkels, also auch je massenhafterdie Hemisphären sind. Beim Menschen drängen sie deshalb die Olivennach den Seiten hin, indem sich ihre Masse in der Mitte entwickelt.Bei den Säugethieren dagegen sind sie dünner, so dass die Oliven hinterden Pyramiden liegen, und da sie schmäler sind, so kommt jederscits vonden darunter liegenden Querfasern noch eine Partie zum Vorschein, derman den Namen des Corpus trapezoides gegeben hat.

Es fragt sich nun weiter, welche Veränderungen bei Thieren ein-treten, wenn man die Hemisphären des grossen Gehirns, im engeren Sinnedes "Wortes, abträgt? Niedere Wirbelthiere sind zu Beobachtungen hierüberwenig geeignet, da sich bei ihnen der Verlust des Gehirns zu wenig inäusseren Erscheinungen ausprägt. Ein enthirnter Frosch verhält sich, wiewir schon gesehen haben, Heizen und Eindrücken gegenüber, einem un-versehrten sehr ähnlich. Erwachsene Säugethiere sind zu diesen Ver-suchen auch nicht geeignet, weil sie zu rasch zu Grunde gehen. JungeSäugethiere ertragen die Operation besser, aber sie überleben sie doch