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Gehirn.
können, um Bewegungen auszulösen. Es ist dieser Vorgang ein wesentlichverschiedener von dem der Reflexbewegungen, welche, wie wir gesehenhaben, im Rückenmarke und in den Theilen dos Gehirns, die eine Fort-setzung desselben darstellen, ausgelöst werden. Bei den Reflexbewegungengeht der centripetalc Impuls zu einer Gruppe von Ganglienzellen undwird auf andere Ganglienzellen übertragen, von denen motorische Nervenentstehen. Das Ganze kann ablaufen, ohne dass davon etwas zum Be-wusstscin gelangt, ohne dass dabei ein oder mehrere bowusste Zwischen-glieder zwischen der eentripetal fortgepflanzten Ursache und der centrifugalfortgeleiteten Wirkung entstehen. Anders verhält es sich aber bei denfrüher erwähnten Vorgängen in der grauen Gehirnrinde, indem immereine oder mehrere bewusste Zwischenglieder entstehen, die einerseits dieUrsache, andererseits die Wirkung mit einander verbinden.
Im Einzelnen lässt sich aber doch dieses Messen der Hirnoberfläche,das blosse Messen des Areals ohne Berücksichtigung der Beschaffenheitder Kirnrinde, nicht durchführen. Es haben gewisse Thierc, namentlichdie Wiederkäuer, die als dumm und ungelehrig bekannt sind, verhält-nissmässig zahlreiche und tiefe Gyri, so dass sie durch ihre Hirnober-fläche, wenn man nach derselben die Intelligenz bemessen sollte, höhergestellt werden müssten, als es ihnen in der That zukommt.
Den besten Maassstab zur Bourtheilung der Intelligenz eines Thiereshat Johannes Müller angegeben. Er sagt nämlich, wenn man dieStellung eines Thieres bourtheilen will, so muss man die Hemisphärendesselben mit dem Corpus quadrigeminum vergleichen. Beim Frosche liegendie Hemisphären des grossen Gehirns, die Corpora quadrigemina und dieMedulla oblongata mit nur schwach angedeutetem kleinen Gehirne, hinter-einander. Die Corpora quadrigemina sind dabei die massigsten Gebildedes ganzen Centralorgans. Vergleichen wir damit das Gehirn einer Schild-kröte, Emys europaea, so finden wir die Hemisphären schon mehr ent-wickelt, ihre hintere Partie erstreckt sich schon zu beiden Seiten derCorpora quadrigemina, so dass diese zum Theil zwischen sie eingeschobensind, auch das kleine Gehirn ist bereits mehr entwickelt. Beim Huhnereichen die Hemisphären des grossen Gehirns schon bis an das kleineGehirn und bedecken theilweise das Corpus quadrigeminum. Beim Hundegeschieht dies vollständig. Das Corpus quadrigeminum ist hier bereits einverhältnissmässig kleines, in der Tiefe verborgenes Gebilde. Aber dieHemisphären des grossen Gehirns und kleines Gehirn liegen hier nochhintereinander, so dass sie in der Scheitelansicht des Hirns beide gleich-zeitig gesehen werden. Beim Menschen endlich haben die Hemisphärendes grossen Gehirns auch das Kleinhirn vollständig überwachsen, so dassman in der Scheitelansicht nur sie und nichts mehr vom Kleinhirne sieht.
Mil diesen Verhältnissen hängen, wie Mcynert gezeigt hat, ge-wisse andere Eigenthümlichkeiten des Säugothiergehirns gegenüber demMenscbengchirne zusammen. Bekanntlich unterscheidet man an der Masseder Grosshirnschenkel eine obere Partie, welche in director Verbindungmit den Seehügeln und den Vicrhügcln, dem Mesencephalon, steht, und dieman mit dorn Namen der Haube des Grosshirnschcnkels bezeichnet, undeine untere Partie von Pasern, welche darunter weggeht und sich in dieHemisphären des grossen Gehirns ausbreitet. Man bezeichnet sie mit demNamen des Eusses der Grosshirnschenkel. Je grösser die Hemisphären