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Die Zunge.
düngen, namentlich die des Bitteren, gewöhnlich mit grosser Intensitätverspüren, wahrscheinlich, dass sie der Geschmacksempfindung dienen. Aberwir können mit Sicherheit sagen, dass es nicht die Papulae circumvallataeallein sind, mit welchen wir schmecken, da wir auch, durch Theile derZunge, in welchen keine solche, wohl aber Papulae fungiformes, vorhandensind, Geschmacksempfindungen haben. Dies sind nicht allein Theile derOberfläche, in welchen keine Papulae circumvallatae liegen, sondern auchder Eand der Zunge, wo keine Papulae circumvallatae, aber reichlichePapulae fungiformes zu finden sind. Die Papulae circumvallatae und diePapulae fungiformes sind es, welche wir als die schmeckenden Gebilde derZunge ansehen müssen.
Nun ist vor einer langen Eeihe von Jahren zu beiden Seiten an derZungenwurzel des Kaninchens ein Organ gefunden worden, das aus lauterkleinen, parallel nebeneinander liegenden Schleimhautfalten besteht. DiesesOrgan scheint zuerst Papp bekannt gewesen zu sein und ist später imJahre 1842 ausführlich bei einer Eeihe von Säugethieren und auch beimMenschen, bei dem es wenig entwickelt ist, von Professor Mayer in Bonnbeschrieben worden. Es ist seitdem unter dem Namen Papilla foliata be-kannt und ist in neuerer Zeit mehrfach Gegenstand der Untersuchung ge-wesen. Es hat Brühl schon vor mehr als 30 Jahren zwischen den Blätterndieser Papilla foliata an der Oberfläche der Schleimhaut kleine rundlicheGebilde gefunden, die er damals für Drüsen hielt. Solche sind in neuererZeit von Loven, Schwalbe, von Wyss und Engelmann näher unter-sucht worden, und es hat sich gezeigt, dass sie eigenthümliehe, in dasEpithel eingebettete Gebilde sind, die wahrscheinlich mit Nerven in Ver-bindung stehen, und welche man deshalb mit dem Namen der Schmeck-becher bezeichnet. Diese sogenannten Schmeckbecher finden sich nichtnur in den Palten der Papilla foliata, sondern auch in den Papillis circum-vallatis, und zwar an der steilen Wand des Grabens, welcher dieselbenumgibt. Sie finden sich ferner auch an den Papillis fungiformibus mehrvereinzelt, theils eine, theils zu zweien auf dem Durchschnitte, so dass
man sie jetzt nicht nur bei den Säuge-thieren, sondern auch beim Menschenan denjenigen Papillen gefunden hat,welchen man Geschmacksvermögen zu-schreibt. Auch an den grösseren Papillendes weichen Gaumens, namentlich amoberen Theile der Uvula sind sie nach-gewiesen worden. Die Schmeckbechersind kleine, in das Epithel eingebetteteund aus verlängerten Epithelzellen ge-bildete Organe von der Gestalt, wie siebeistehende Figur 73 zeigt. In den-selben liegen längliche, zu beiden Seitendes Kernes in stab- oder schienenförmigeStücke ausgehende Zellen, welche mitihren peripherischen Enden etwas zurOeffnung des Schmeckbechers (Figur 73 c) herausragen. Man glaubt nun,dass diese Gebilde mit den Nerven in Verbindung stehen, welche in diePapille hineingehen, und die man zu ihnen hinziehen sieht. Die Verbindung
Nach Hanns von Wyss.