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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Stereoskope.

in Jedermanns Macht, seine Gesiehtslinien willkürlich parallel zu stellen,und zweitens würde bei einem Versuche in dieser Gestalt auch die Aus-dehnung der Zeichnungen sehr be-Fi s- 60 - schränkt sein. Wenn die correspon-

dironden Punkte einmal weiter voneinander rückten, als die Drehpunkteunserer Augen von einander entferntsind, so sollten wir unsere Gesiehts-linien divergirend stellen, um sie zuvereinigen, und das können wir inder Regel nicht. Es gibt aber einleichtes Hilfsmittel, um diese Zeich-nungen, die nebeneinander liegen,im Sehfelde übereinander fallen zulassen. Denken Sie sieh, a e b undb g c seien die Zeichnungen, denkenSic sich, A und B seien meine beidenAugen, und ich lege vor jedes Augeein Prisma mit der brechenden Kantenach der Nasenseitc hin, also umgekehrt von der Lage, in welche wir dieprismatischen Gläser für unsere prismatischen Brillen bringen; so werdendie Strahlen e n und g m in der Weise gebrochen werden, wie es dieFigur (50 zeigt, e wird für das Auge A nach b, g wird für das Auge Bauch nach b verschoben werden, und jetzt fallen die beiden Zeichnungen imSehfelde übereinander. Jetzt kann ich mir die Zeichnungen noch ver-größern, indem ich mir auf jedes Prisma noch eine planconvexc Sammel-linse klebe, wie dies in der Figur 60 dargestellt ist. Dann sehe .ich diesebeiden Bilder durch eine Lupe an. Nun kann ich aber von vorneherein,und das geschieht thatsächlich, zwei prismatische Sammclgläser schleifenund diese gleich benützen, erstens um die Zeichnungen zu vergrössern,zweitens um ihre Bilder in der Weise im Sehfelde zu verschieben, dasssie im Sehfelde übereinander fallen. Wenn Sie sich also denken, Sienehmen aus einer Dissectionsbrille die Gläser heraus und drehen sie soherum, dass das, was in der Brille an der Schläfenseite war, jetzt an derNasenseite liegt, so haben Sie Gläser, wie sie in das Brewster'scho Stereo-skop hineingehöron.

Hclmholtz hat noch ein sogenanntes Telestereoskop construh't.Dieses besteht aus zwei Spiegeln, o d und c e, und aus zwei anderenSpiegeln, g f und h i. Nun denken Sie sich, a wäre das linke Auge undb das rechte, und ich sehe in diese Spiegel hinein, so werden sich ent-fernte Gegenstände durch doppelte Reflexion spiegeln. Das Auge a wirddiese Gegenstände in derselben Weise schon, wie das von ihm selbstdurch doppelte Reflexion erzeugte Spiegelbild a, die Dinge sehen würde,und das Auge b wird die Dinge sehen, wie sie sein durch doppelte Re-flexionen erzeugtes Spiegelbild b, sehen würde. Es ist also so, als ob sichdie beiden Augen viel weiter von einander entfernt, das eine in a,, dasandere in b r , befänden. Die trigonometrische Basis, von welcher aus ichEntfernungen schätze, ist vergrössert, und ich sehe jetzt Gegenstände,die ich früher unter einem kleinen Convergenzwinkol der Gesiehtsliniengesehen habe, unter einem viel grösseren. Ich werde daher, entsprechend

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