Stereoskope.
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dadurch die Vorstellung des Glanzes hervorrufen. Einen solchen Versuchhat Dove angegeben, von dem auch der früher erwähnte Glanzversuchherrührt. Er führte eine blaue Zeichnung auf rothem Grunde aus undsah sie an, indem er vor das eine Auge ein rothes und vor das andereein blaues Glas setzte. Dabei erscheint durch das rothe Glas die blaueZeichnung beinahe schwarz, der rothe Grund aber hell, während durchdas blaue Glas der rothe Grund sehr dunkel und die blaue ZeichnungDoli erseheint. Sieht man durch beide gleichzeitig, so scheint die ganzeFigur zu glänzen.
Was geschieht, wenn ich ohne grossen Helligkeitsunterschied beidenAugen verschiedene Farben darbiete? Ich kann dies im Stereoskope thun.Feh mache zwei Tafeln, die in der Weise farbig sind, dass jede ein rothesund ein blaues Feld hat, und auf der einen das rothe Feld breiter istals das blaue Feld, auf der andern das blaue breiter als das rothe. Wennich diese beiden im Stereoskope zur Vereinigung bringe, dann habe ichauf der einen Seite einen Streifen, der roth ist, und auf der andern Seiteeinen Streifen, der blau ist. In der Mitte muss das Itesultat derjenigeEindruck sein, der dadurch hervorgebracht wird, dass das eine Augevon Blau, das andere von Roth getroffen wird. Dieser Eindruck ist Violett.Die Farben kommen also zur Mischung. Man kann das noch auf andereWeise wahrnehmen. Man bringt ein blaues Glas vor das eine Auge undein gelbes vor das andere Auge. Da hat man freilich anfangs einen Wett-streit der Sehfelder, man sieht bald Blau, bald Gelb. Wenn man abereinen bestimmten Punkt auf weissem Grunde fest fhrirt, so verschwindenalle Farben, das Gelb und das Blau compensiren sieh, und man hat blosden Eindruck, als ob man durch eine Bauchbrille sähe. Sobald man daseine oder das andere Auge schlicsst, treten natürlich- die Farben wiederhervor.
Also zwei Farben, von welchen die eine das eine Auge, die anderedas andere Auge trifft, bringen ihre Mischfarbe hervor, beziehungsweise,wenn es complcmcntäre Farben sind, heben sie einander auf. Das ist einSatz von grosser Tragweite, weil er von vorneherein alle physikalischenErklärungen, alle Erklärungen nach dem Principe der Interferenz, für dieFarbenmischung ausschliesst. Denn es ist klar, dass, um Interferenz her-vorzubringen, die Wellenzüge als solche auch wirklich zusammenkommenmüssen. Wenn die Mischung auch hervorgebracht wird, indem die eineFarbe nur die eine Netzhaut und die andere Farbe nur die andere Netz-haut trifft, so geht, daraus mit Sicherheit hervor, dass die Farbenmischungkein physikalischer, sondern ein physiologischer Proccss ist.
Das Stereoskop selbst, das' für die Theorie des binoculären Sehensso fruchtbar geworden ist, ist in seiner Construction wesentlich verändertworden, und zwar ist die jetzt gebräuchliche Construction von Brewsterangegeben. Das Brewster'scho Stereoskop ist ein dioptrisches Stereoskop.Denken Sic sich, es lägen zwei stercoskopisch zu vereinigende Zeichnungenso vor Ihnen, dass die entsprechenden Punkte der Zeichnungen keinegrössere Entfernung von einander hätten als die Drehpunkte Ihrer beidenAugen. Wenn Sie nun Ihre Gesichtslinicn für die unendliche Ferne ein-stellen und einen Schirm dazwischen bringen, so dass Sie mit dem einenAuge nur die eine, mit dem andern Auge die andere Zeichnung sehen,so müssten diese im Sehfelde zusammenfallen. Nun liegt es erstens nicht