Si-.lieincr's Versuch. Accommoilation.
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Fernpunkt eingestellt ist. Er stellte ihn so an, dass er durch zwei Oeff-mmgen auf einen weissen Faden sah, welchen er über einem dunklenGrunde so aufgespannt hatte, dass sich derselbe perspectivisch sehr starkverkürzte. Von diesem Faden musste er einen Theil einfach sehen, denTlicil, der in der Entfernung seines deutlichen Sehens lag. Die näherenund entfernteren Partien aber musste er doppelt sehen. Er musste alsoden Faden als zwei helle Linien sehen, die sich unter einem spitzenWinkel kreuzen. Erfand nun, dass, wenn er das Auge vorher geschlossenhatte und, dasselbe öffnend, durch beide Löcher auf den Faden blickte,er immer die Kreuzungsstelle in einer solchen Entfernung sah, dass erdieselbe nicht willkürlich weiter hinausschieben konnte, w r ohl aber durchwillkürliche Accommodation, durch willkürliches Einstellen seines Auges,weiter heranziehen.
Die Einstellung des Auges für die Nähe muss darin bestehen, dasswir das Auge in der Weise verändern, dass Strahlen, welche im ruhen-den Auge erst hinter der Netzhaut zur Vereinigung gekommen wären,auf der Netzhaut zur Vereinigung kommen. Es fragt sich: Auf welcheWeise kann dies bewerkstelligt werden? Dies könnte erstens dadurch be-werkstelligt werden, dass der Krümmungshalbmesser des Corneascheitelskleiner wird. Dann müssten gleich nach der ersten Brechung die Strahlenstärker convergiren, sie würden sich also früher vereinigen. Zweitenskann es dadurch geschehen, dass der Krümmungshalbmesser am vorderenoder am hinteren Pole der Linse oder an beiden kleiner wird: denn, da dieLinse dichter ist als der Humor aqueus und der Humor vitreus, so würdedies auch eine "Verkürzung der Brennweite des Systems nach sich ziehen.Es könnte weiter auch dadurch geschehen, dass die Linse nach vorne rückt,und endlich dadurch, dass die lletina nach hinten ausweicht und somit.in eine Ebene hineingelangt, in welcher sich Strahlen vereinigen, diesich hinter ihr vereinigten, als sie sich in ihrer gewöhnlichen Buhelagebefand.
Wenn man nun diese verschiedenen Hilfsmittel für die Accommo-dation einzeln durchnimmt, so lehrt zunächst die Erfahrung, dass dieHornhaut den Krümmungshalbmesser ihres Scheitels beim Sehen in dieNähe und in die Ferne durchaus nicht verändert. Das Spiegelbild, welchesein Fenster oder eine Flamme auf der vorderen Fläche der Cornea gibt,ist überaus deutlich : man kann es mit Leichtigkeit mit einem Fernrohrebeobachten. Zwei solche Flammenbilder müssten sich einander nähern,wenn der Krümmungshalbmesser der Cornea kleiner würde. Das ist aberdurchaus nicht der Fall. Alle Versuche stimmen darin überein, dass dieLage und die Grösse der Flammenbilder unverändert bleibt und mithindie Cornea ihren Krümmungshalbmesser nicht ändert.
Anders verhält es sich mit der Linse. Die Linse gibt zweierleiSpiegelbilder, solche von der vorderen Fläche und solche von der hinterenFläche. Diese Bilder sind fast gleichzeitig und unabhängig von einandervon Kramer und von Helmholtz untersucht worden, und Beide habengefunden, dass zwei Bilder, w r elchc der vorderen Linsenfläche angehören,sich beim Sehen in die Nähe einander nähern, beziehungsweise, wennnur ein Bild beobachtet wird, dass sich dieses eine Bild verkleinert. Dievordere Linsenobertläche wird also convexer, und die Beobachtung derBilder von der hinteren Oberfläche zeigt, dass auch diese convexer wird.