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Dioptiik des Auges.
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theile eines Millimeters von einander entfernt im Humor aqueus. Er fandendlich die Knotenpunkte gleichfalls nur wenige Zehntheile eines Milli-meters von einander entfernt in der Linse, und zwar nahe dem hinterenPole derselben. Wir haben uns diese Punkte auf eine Linie aufgetragen,von der wir uns denken, dass die optischen Medien des Auges um dieseLinie als Axe centrirt seien, und die wir doshalb die Augcnaxo nennen.Wir werden später sehen, dass im strengen Sinne des Wortes diese Linienicht existirt, weil das menschliche Auge thatsächlieh nicht richtig oentrirlist. Diese Linie nun, die nur uäherungsweise Richtigkeit beanspracht,fallt auch nicht genau zusammen mit der Gosichtslinie, das heisst mit dergeraden Linie, welche den fixirten Punkt mit dem Centrum der Foveucentralis retinae verbindet. Die Gesichtslinie weicht nämlich gegen dieNascnscitc hin um einen bei manchen Augen grösseren, bei anderen ge-ringeren Winkel von dieser Axe ab.
Es handelt sich also nun darum, ob diese so auf der Augcnaxo ge-fundenen Punkte der Wirklichkeit entsprechen, ob man sie benützen kann,um Nctzhautbilder zu construiren. lieber die hintere Brcnnpunktscbcnc istkein Zweifel da, wo es sich eben um das Normalauge handelt. TheoretischeBetrachtungen lehren ausserdem, dass die Veränderungen, welche Listingan seinem schematischen Auge vorgenommen, kaum einen wesentlichenEinfluss auf die Lage des vorderen Brennpunktes ausüben. Es ist fernerauch nach dem ganzen Baue des Auges und nach den Brechungsindiccs,die darin vorkommen, zu erwarten, dass in der That die beiden Knoten-punkte und die beiden Hauptpunkte, jeder nur um ein Geringes von ein-ander entfernt sein werden. Aber was sichergestellt werden muss, das istdie Lage der Knotenpunkte, weil diese uns immer als Anhaltspunkte dienenbei der Construction der Nctzhautbilder. Es handelt sich darum: liegendie Knotenpunkte wirklich nahe dem hinteren Pole der Linse? Dies istnun durch einen Versuch von Volkmann sichergestellt worden. Wennman bei jugendlichen, schwach pigmentirten Individuen das Auge stärketnach aussen wenden lässt, und bringt dann in einem dunklen Zimmer eineKerzcnflammc nach der Schläfenseite hin, so rückt, wenn man diese vonder Gosichtslinie immer weiter entfernt, das Netzhautbild natürlich ent-sprechend immer weiter nach vorwärts, und wenn das Auge stark nachaussen gewendet ist, kommt das Netzhautbild endlich in der Lidspaltc zumVorschein, indem es durch die schwach pigmentirto Chorioidea und durchdie Selcrotica hindurchscheint. Wenn man diesen Versuch macht, so hatman folgende Stücke: Erstens die Gosichtslinie, in der man den Pnnklhat, der fixirt wird, und ausserdem den Drehpunkt des Auges oder Mittel-puukt des Auges, was man hier als gleichbedeutend ansehen kann. Manhat zweitens den Ort der Kerzcnflammc: diesen hat man willkürlich ge-wählt. Man hat ferner den Ort des Netzhautbildes als Gegenstand directerBeobachtung. Verbindet man Bild und Object mit einander durch einegerade Linie, so findet man den Punkt, an dem diese Gerade die Gesichts-linie schneidet. Dieser Punkt aber muss zwischen den beiden Knoten-punkten des Auges liegen, er muss also den Ort der Knotenpunkte angeben.Dieser Versuch von Volkmann hat in der That gezeigt, dass Listingden Ort der Knotenpunkte richtig bestimmt hat. Listing hat seineUntersuchungen zuerst in den „Göttinger Studien" puhlicirt, dann hat ersie später noch einmal ausführlich und mit den ganzen dazu gehörigen