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Muriotte's blinder FlecV.
Blitz die Landschaft erhellt, so sieht man alle Gegenstände hell beleuchtet,aber nicht einmal in der Deutlichkeit, in der man sie in der Dämmerungsieht, weil eben der Eindruck ein so kurzer ist, dass es nicht möglich ist,sich in den Gesichtsobjocten sicher zu orientiren.
Diese Schärfe des Unterscheidungsvermögens, von der wir eben ge-sprochen haben, existirt aber nur in der Fovea centralis retinae. Je mehrman sich von dieser entfernt, je mehr man in das sogenannte indirecteSehen kommt, um so schwächer wird das Unterscheidungsverniögen. Mankann sich davon überzeugen, indem man einen Gegenstand fest ansiehtund das eine Auge schliesst und dann einen zweiten Gegenstand unmittel-bar neben denselben bringt. Man wird dann, wenn man das Auge fürdiese Sehweite einstellt, ihn vollkommen scharf sehen können. Bleibt manaber in der Fixation für den andern Gegenstand und bewegt diesen Gegen-stand seitlich fort, so wird man bemerken, dass das Bild immer undeut-licher wird. Gegen die Ora serrata hin ist das Unterscheidungsverniögenein so stumpfes, dass wir die Gegenstände, die sich dort abbilden, diealso nahe der Grenze unseres Sehfeldes liegen, nicht mehr in ihrer Formerkennen, dass wir nur noch einen unbestimmten Eindruck davon haben,dass sieh daselbst hellere und dunklere und farbige Gegenstände befinden.
Es muss ferner bemerkt werden, dass dieses Unterscheidungsvermögennur existirt für Hell und Dunkel, für Schwarz und Weiss; für verschiedeneFarben von gleicher Helligkeit ist es viel geringer. Es erklärt sich diesnach der Young-Helmholtz'sehen Theorie daraus, dass die drei Grundfarbensich in die Gesammtzahl der Zapfen theilen müssen, also auf jede etwanur ein Dritttheil derselben kommen mag. In diesem Falle würde sichnach der Theorie das Unterscheidungsverniögen für gleich helle Farben zudem für Schwarz und Weiss verhalten wie 1 zu V 3; dem widersprichtauch die Erfahrung nicht, indem die Versuchsrcsultate bald nach der einen,bald nach der andern Seite von diesem Werthe abweichen. Also je ge-ringer der Helligkcitsuntcrsehied zweier Farben ist, je mehr sie gleich hellsind, um so schlechter werden sie in kleinen Feldern von einander unter-schieden. Dies kann man als photometrisches Princip benützen, um ver-schiedene farbige Lichter, Grün, Eoth, Blau, unter einander und mit neu-tralem Lichte in Bücksicht auf ihre Helligkeit zu vergleichen. Hieraufberuht Dove's Photometer. Unter ein Mikroskop wird bei schwacher Ver-grösserung eine Mikrophotographie auf Glas gelegt und gleichzeitig vonunten und oben mit den beiden zu vergleichenden Lichtern so beleuch-tet, dass man das eine oder das andere gradatim abschwächen kann.Beide Lichter sind gleich, wenn die Einzelheiten der Photographie mög-lichst vollständig verschwinden. Auf demselben Principe beruht auch dieHelligkeitstafel. Es ist dies eine von Schwarz bis Weiss in Tusche abgetönteFläche. Auf ihr verschiebt man das Papier oder den Stoff, dessen Helligkeitman ermitteln will, nachdem man zuvor ein Loch hineingeschnitten. DerOrt, an dem das Loch unter dem grössten Gesichtswinkel verschwindet, gibtdie Helligkeit der Farbe in Grau von bestimmter Helligkeit an.
Mariotte's blinder Fleck.
Es gibt einen Punkt der Netzhaut, mit dem wir gar nichts sehen,und das ist die Eintrittsstelle des N. opticus. Weshalb wir mit dieser Ein-