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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Verbindungen der Harnsäuregruppe.

Hyduril-säure.

Harnsäurerückstand, statt mit Ammoniak, sogleich mit Natron- oder Kali-lauge, so entsteht eine prachtvoll purpurviolette Lösung. Dieseßeac-tionen sind sehr empfindlich.

Hydurilsäure: C s H(;N 4 0(;, entsteht unter Umständen hei der Ein-wirkung sehr verdünnter Salpetersäure auf Harnsäure, ausserdem aberneben Amidoessigsäure und Pseudoxanthin heim Erwärmen von Harn-säure mit concentrirter Schwefelsäure; wenn man Alloxantin mit sehrverdünnter Schwefelsäure behandelt, und wenn man Dialursäure in Lö-sung mit Glycerin auf 150° erhitzt. Die freie Säure krystallisirt mit2 Mol. Krystallwasser in kleinen vierseitigen Säulen, mit 1 Mol. Krystall-wasser in kleinen rhombischen Tafeln. In Wasser und Alkohol ist sieschwer löslich. Ihre Lösungen, sowie die ihrer Salze färben sich mitEisenchlorid schön dunkelgrün. Die Säure ist zweibasisch. RauchendeSalpetersäure führt sie in Alloxan über. Als Derivate der Hyduril-säure erscheinen:

Vioiursäure. Nitrosobarbitursäure. Violursäure : C 4 H 3 (NO)N ;i 03 -|- H 2 0, bei der

Einwirkung von gewöhnlicher Salpetersäure, oder von salpetriger Säure aufHydurilsäure entstehend. Das Kaliumsalz erhält man durch Behandlung vonHydurilsäure mit salpetrigsaurem Kalium und Essigsäure in der "Wärme. Ausdiesem wird das Baryumsalz dargestellt und letzteres mit Schwefelsäure zer-legt. Die freie Säure krystallisirt in Rhombenoctaedern, ist iu kaltem Wasserziemlich, in heissem leicht löslich. Beim Erwärmen mit Kalilauge spaltet siesich in Nitrosomalonsäure (vergl. S. 283) und Harnstoff; beim Erwärmen mitSalpetersäure liefert sie Nitrobarbitursäure. Die Säure ist einbasisch. Das iKaliumsalz: C 4 H ä K(NO)N 2 0 3 -|- 2H 2 0, krystallisirt in tiefblauen Prismen,welche sich in heissem Wasser mit veilchenblauer Farbe auflösen. Kalilaugefärbt die Lösung roth. Die meisten übrigen Salze sind roth. Nitrobarbi-tursäure wurde bereits weiter oben beschrieben.

Pseudo-liarn saure.

Pseudoharnsäure: C B H G N 4 O4. Diese von der Harnsäure durch einenMehrgehalt vonHoO sich in der Zusammensetzung unterscheidende Säureentsteht, wenn cyansaures Kalium auf Uramil oder auf Murexid einwirkt.In ersterem Falle nach der Gleichung:

C 4 H 5 N 3 0 3 + GNOK = C 5 H 5 KN 4 0 4Uramil Cyansaures PseudoharnsauresKalium Kalium

Aus dem Kaliumsalze durch eine Säure abgeschieden, ist sie einweisses, krystallinisches, in Wasser schwer lösliches Pulver. Mit Salpeter-säure liefert sie leicht Alloxan, aber mit Bleisuperoxyd kein Allantom.Die Säure ist einbasisch und liefert krystallisirbare, aber durchweg schwer-lösliche Salze.

s,,ifo- Sulfopseudoharnsäure: Q- ) H (l N 4 S0 3 . Diese Säure bildet sich,,

Itture." mrn " wenn ein Gemisch von Schwefelharnstoff und Alloxan mit einer concen-

trirten alkoholischen Lösung von schwefliger Säure auf 100° erhitzt wird.

Feine concentrisch-gruppirte "Nadeln, unlöslich in Wasser und in Anuvm-