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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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419
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Harnsäure und ihre Zersetznngsproducte.

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Oxalursäure: C 3 H 4 N 2 0 4 . Das Ammoniumsalz dieser Säure entsteht, wenn Oxalur-uan Parabansäure mit wässerigem Ammoniak erwärmt, aber auch, wenn einejjunoniakalische Losung von Alloxantin der Luft ausgesetzt wird. Dieses Salzist in geringer Menge im menschlichen Harne enthalten. Es ist in Wasser, ( liwer löslich. Wird seine Lösung in Wasser mit einer Mineralsäure vermischt,so scheidet sich die Oxalursäure als ein in Wasser schwer lösliches lockeresKrystallpulver ab. Sie ist eine zweibasische Säure und bildet demgemässzwei Reihen von Salzen. Das Silbersalz krystallisirt aus der heissen wässerigenLösung in feinen seideglänzenden Nadeln. Kocht man die Säure für sich,oder mit Basen längere Zeit, so zerfällt sie unter Aufnahme von Wasser inOxalsäure und Harnstoff: C 3 H.jNj0 4 -f H 2 0 = C 2 H 2 0 + -f CHjN 2 0. —Oxalantin: C 6 H 4 N 4 0 5 , entsteht bei der Einwirkung redueirender Agentien Oxalantin.auf Parabansäure, aber auch beim Kochen einer concentrirten Lösung vonAlloxansäure. Weisses in Wasser schwer, in Alkohol unlösliches Krystallpulver.Wird durch heisse concentrirte Salpetersäure nicht zersetzt. — Dimethyl-parabansäure (Cholestrophan): C g (CH 3 ) 2 ]Sr2 03, wird erhalten, wenn man Cholestridas Silbersalz der Parabansäure mit Jodmethyl erhitzt, tritt aber auch alsZersetzungsproduct desCaffe'ins auf. Breite silberglänzende, leicht schmelzbare,nnzersetzt sublimirende Blättchen.

phan.

Murexid. Purpursaures Ammonium: C 8 H s jS t b O (1 -\- ILO, ist Murexid.tinProduct der Einwirkung von Salpetersäure auf Harnsäure, wird abersicherer und in reichlicherer Menge 1. beim Erhitzen von Uramil mitijuecksilberoxyd und Wasser, 2. beim Auflösen von Uramil in Ammoniakund längere Einwirkung der Luft, und 3. endlich beim Vermischen einerLösung von Alloxan und Alloxantin mit Ammoniak gebildet. VierseitigePrismen von prachtvoll metallisch glänzender grüner Farbe, ähnlich jenerderCantharidenflügel. Sind mit rother Farbe durchscheinend, und gebenzerrieben ein dunkelrotb.es Pulver. In Wasser ziemlich schwierig, abermit prachtvoll purpurrothor Farbe löslich. In Kali löst es sich mit tief-violetter Farbe. Das Murexid ist das saure Ammoniumsalz der im freienZustande nicht bekannten

Purpursäure: C-jHjNjOc, welche zweibasisch ist und zwei Keinen Purpur-wohlckarakterisirter Salze bildet; das Murexid ist demnach durch dieFormel C s H 4 (N fLJ N 5 0 G + IL 0 auszudrücken. Das Kaliumsalz:CjUKNsOe, beim Kochen des Ammoniumsalzes mit Salpeter erhalten,gleicht dem Ammoniumsalz. Versucht man die Purpursäure aus ihrenSalzen abzuscheiden, so zerfällt sie sofort unter Wasseraufnahme in Allo-anund Uramil: C s H 8 N 0 O (1 -f IL 0 = C 4 H 5 N ;J 0 3 +C 4 ILN 3 0 4 -f NH 3 .

Auf den Eigenschaften des Murexids beruht eine sehr empfindliche Murexid-Methode der Erkennung der Harnsäure (Murexidreaction). Erwärmtman nämlich etwas Harnsäure oder harnsaure Salze mit massig eoncen-tnrter Salpetersäure, so lösen sie sich unter Gasentwickelung zu einergelben Flüssigkeit. Wird diese Lösung sehr vorsichtig und bei gelinderWärme bis nahe zur Trockne verdunstet, so bleibt ein rüthlicher Rück-wand, der mit etwas Ammoniak befeuchtet, prachtvoll purpurrot!!Wd. Befeuchtet man die rothe Masse mit Natron- oder Kalihydrat, sonimmt sie eine schön purpurblaue Farbe an. Behandelt man den