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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Harnsäure und ihre Zersetzungsproducte.

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heissem Wasser löslichen sauren Salze der Alkalien und alkalischen Erdenfallen beim Erkalten der Lösungen grösstenteils wieder heraus. Salz-säure und Essigsäure fällen aus ihren Auflösungen Harnsäure in Krystal-len. Waren die Lösungen sehr verdünnt (z. B. Harn) und es geschiehtdie Ausscheidung sehr allmählich, so bilden sich grössere Krystalle vonsehr charakteristischen Formen: rhombische Tafeln und Prismen. Diebai'iisauren Salze kommen nicht selten gemengt in Blasensteinen undHarnsedimenten vor. Wir erwähnen hier folgende:

Neutrales harnsaures Kalium: C 6 H 2 K 2 N 4 03. Weisses, körnig-kry-itallinisches Pulver, in Wasser schwer löslich, aher leicht löslich in überschüs-sigemKali. Kohlensäure fällt daraus saures harnsaures Kalium in Gestalteiner durchscheinenden Gallerte, die "bald pulverig zusammenfällt. Salmiakfallt saures harnsaures Ammonium in derselben Form aus dem Kaliumsalze.

Saures harnsaures Natrium: C 5 H 3 NaN 4 0 3 . Ist ein Bestandtheil desgewöhnlichen Fieber-Harnsedimentes nehen freier Harnsäure und harnsauremAmmonium. Sein Verhalten ist das der sauren harnsauren Salze. In kaltemffasser ist es schwer löslich, leichter in warmem. Daher die Erscheinung, dassfrischgelassener Harn meist klar ist, und sich die Sedimente erst heim Erkaltendesselben abscheiden.

Saures harnsaures Ammonium: C r] H 3 (]SrH 4 )N, 4 0 3 . Ist, wenngleich ingeringer Menge, ein Bestandtheil der Fiebersedimente und der Haupthestandtheilder Schlangenexcremente. Es bildet in kaltem Wasser kaum lösliche feineMein, oder ein amorphes Pulver.

Saures harnsaures Calcium: C 6 H 3 Ca]Sr 4 0g. Kommt in Harnsteinenund Sedimenten gewöhnlich in geringer Menge vor, findet sich aber namentlichin den Gichtknoten. Weisses, amorphes, in kaltem Wasser schwer ' löslichesPulver.

Zersetzungsproducte der Harnsäure. Die Harnsäure liefertunter der Behandlung mit verschiedenen Agentien eine überraschendgrosse Anzahl wohlcharakterisirter Zersetzungsproducte, aus welchensich eine nahe Beziehung dieser Säure einerseits zu den Cyanverbin-dungen und zum Harnstoff, und andererseits zu den Säuren derMilch-oiid Oxalsäurereihe in unzweifelhafter Weise ergiebt. Mehrere der-selben sind geradezu als substituirte Harnstoffe aufzufassen, in welchenWasserstoff durch Säureradieale der obengenannten und einiger andererSäuren ersetzt ist, andere dagegen sind wahre Cyanverbindungen. Sogenau aber auch die Harnsäure studirt ist, so ist es doch vorläufig nichtgerathen, eine Constitntionsformel dafür aufzustellen. Wir geben in Nach-stehendem eine Uebersicht der wichtigeren Zersetzungsproducte der Harn-säure und knüpfen daran die Beschreibung der uns nicht bereits bekann-ten. Die Harnsäure liefert:

a. Bei der trockenen Destillation:

Cyanwasserstoff, Harnstoff, Cyanursäure, kohlensaures Ammo-nium.

b. Bei der Behandlung mit Jodwasserstoff:

Amidoessigsäure (Glycin) und kohlensaures Ammonium.

Neutrales

harnsaures

Kalium.

Saures

liarnsaurC3

Natrium.

Saures

harnsaures

Ammonium.

Saures

harnsaures

Calcium.

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