Glycerin und seine Derivate.
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Banzigwerden der Fette.
An der Luft nehmen die Fette allmälig Eanzig-
werdeiFette.
Sauerstoff auf, und erhalten dadurch einen unangenehmen (ranzigen) Geruch w
und kratzenden Geschmack. Diese Oxydation beginnt sehr bald, geht anfangsziemlich langsam, später aber rascher vor sich, und es nehmen die Fette da-durch deutlich saure Keaction an. Durch die Gegenwart von Eiweiss, Schleimund anderen fremdartigen Materien, die sie aus den Substanzen, woraus sieerhalten werden, aufgenommen haben, wird die ranzige Zersetzung der Fetteerfahrungsgemäss beschleunigt, ohne dass es entschieden wäre, ob diese Mate-rien nur als Sauerstoff-Ueberträger, oder als Fermente wirken. Die Zersetzungder Fette selbst, welche man Ranzigwerden nennt, ist überhaupt noch nichtgenau studirt, man weiss nur, dass dabei das Glycerin zuerst angegriffen undzu flüchtigen Fettsäuren oxydirt wird, sowie dass aus den frei werdenden Fett-säuren, namentlich der Oelsäure, durch Oxydation sich mannigfache flüchtigeSäuren der Gruppe 0 u H2nO 2 bilden. "Wenn Oele der Luft in sehr feinver-tlieiltem Zustande dargeboten werden, so kann die Sauerstoffaufnahme so energischstattfinden, dass die Temperatur sich bis zur Entzündung steigert.
Durch Schütteln der Fette mit heissem Wasser, in welchem etwas Magne-a&hydrat suspendirt ist, kann man ihnen den ranzigen Zustand wieder be-nehmen.
Seifen und Pflaster.
Die Glyceride mit Alkalien oder anderen basischen Oxyden in derWärme behandelt, werden, wie schon S. 322 näher auseinandergesetztwurde, in ganz analoger Weise zersetzt, wie die zusammengesetztenAetherarten ein- und zweiwerthiger Alkohole; sie zerfallen dabei in Salzeder in den Glyceriden enthaltenen Säuren, und in Glycerin. So giebtTripalmitin und Kali palmitinsaures Kalium und Glycerin, Tristearin undNatron stearinsaures Natrium und Glycerin, Triolem und Bleioxyd ölsauresBlei und Glycerin u. s. w.
Da nun die Fette Gemenge verschiedener Glyceride sind, so kannihre Zersetzung mit Alkalien keine anderen Producte liefern, wie Glyce-rin und Salzgemengo der verschiedenen in den Fetten enthaltenen Säu-ren. Wenn wir Rindstalg, der aus Stearinsäure-, Palmitinsäure- undOelsiiuretriglycerid besteht, mit Natronlauge kochen, so erhalten wir Gly-cerin und ein Gemenge von stearinsaurem, palmitihsaurem und ölsauremNatrium. Beim Kochen der Fette mit Kali- oder Natronlauge findet stetseine solche Zersetzung statt. Die Fette lösen sich dabei auf und es istnun in der Lösung kein unzersetztes Fett mehr enthalten, sondern Gly-cerin und die Kalium- oder Natriumsalze der in den Fetten enthaltenen Säu-ren. Die Zersetzung der Fette durch kaustische Alkalien nennt man ihreVerseifung.
Die gewöhnlichen Seifen sind demnach Gemenge der Kalium- oderNatriumsalze der in den verseiften Fetten enthaltenen Säuren.
Wendet man zur Zersetzung der Fette statt kaustischer AlkalienBleioxyd an, kocht man sie mit Bleioxyd und Wasser, so erhält man«lycerin und ein Gemenge von Bleisalzen der in den Fetten enthal-
Seifen undMaster.
Versoifung
ist Zer-setzung der
l-'ette durcliAlkalien,
Seifen sindI reinengevon Kali-oder Na-tronsalzender fettenSäliren.