Theorie der chemischen Structur.
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der Natur der Elemente selbst zu entwickeln, und damit war der Ueber-gang zur neuesten theoretischen Phase der Chemie: zur Theorie derWerthigkeit oder Quantivalenz der Elementaratome, und zurLehre von der chemischen Structur vorbereitet. Wir verweisenbezüglich der Lehre von der Werthigkeit der Elemente auf Bd. I,4te Aufl. S. 402 u. ff. dieses Werkes, woselbst diese Lehren eingehendentwickelt sind.
Theorie der chemischen Structur.
Voraus-setzungen,axif welchensie fusst.
Diese Theorie, die passender als Theorie der Bindung der Elementar- Theorie deratome im Molekül bezeichnet würdo, auf die organischen Verbindungen, atmetet,mit welchen wir es hier zu thun haben, angewendet, fusst auf einer gan-zen Eeihe hypothetischer Voraussetzungen, und steht und fällt mit diesen.Diese Voraussetzungen sind.
1) Die Werthigkeit der Elemente als eine invariable funda-mentale Eigenschaft derselben, gemessen an dem sogenannten Normal-atome: dem Wasserstoffe.
2) Die Vierwerthigkeit desKohlenstoffatomes in der soeben erör-terten Bedeutung.
3) Die Annahme gesättigter und ungesättigter Verbindungen.
4) Die Annahme, dass die Kohlenstoffatome in den organischen Ver-bindungen sich kettenförmig aneinanderreihen, und sich selbst unterein-ander mit je einer, oder auch wohl mit mehreren ihrer Valenzen oderVerwandtschaftseinheiten wechselseitig binden (Kohlenstoffkerne).
5) Die weitere Annahme, dass die übrigen Elemente sich diesenKohlenstoffkernen entweder direct oder indirect anlagern; indirectinsofern, als mehrwerthigen anderen Elementen, wie Schwefel undSauerstoff, ebenfalls die Fähigkeit zuerkannt wird, sich kettenförmig an-einander zu reihen und sogenannte Seitenketten bilden zu können.
Von diesen Voraussetzungen musste die Theorie die erste fallen lassen,nachdem einer Reihe von Thatsachen gegenüber dieselbe als Gesetz nichtmehr festgehalten werden konnte. Sie gilt nur mehr als Regel.
Der Begriff der gesättigten und ungesättigten Moleküle ist ein sehrschwankender (vergl. dieses Lehrb. Bd. I, 4te Aufl. S. 407), und selbstunter den Anhängern der Theorie ist Uebereinstimmung darüber, obungesättigte Moleküle als solche existiren können, nicht erzielt.
Die unter 4) und 5) angeführten Voraussetzungen sind direct undthatsächlich vor der Hand nicht zu beweisen; es sind Hypothesen, auf-gestellt, um die Haupthypothese zu stützen.
So schwankend aber auch die Fundamente sind, auf welchen die Theorieder chemischen Structur ruht, so beherrscht sie doch zur Zeit die jüngerechemische Generation so ziemlich vollständig.Chemie" fusst auf dieser Theorie.
Die sogenannte „moderne