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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Allgemeiner Theil.

Multiple ii.

Condonsa-

tionstypen.

Kin- und

mehr-

werthige

Hutlicalc.

organische Radicale ersetzt werden kann, so auch im Phosj)horwasserstoffder Wasserstoff, und zwar ebenso direct durch Radicale vertretbar sicherweist. So sind die Verbindungen:

CH 3 '1 CHj'i CH 8 '

H P CH 3 '[ P CH,'

H J . H J 0H 8 '

Methylphosphin Dimethylphosphin Trimethylphosphin

dargestellt, welche sich vom abgeleiteten Typus Phosphorwasserstoffebenso ungezwungen ableiten, wie Methylamin, Dimethylamin und Tri-methylamin vom Ammoniak. Auch von Arsen- und Antimonwasserstoffableitbare Verbindungen sind dargestellt.

Von den primären und den abgeleiteten Typen vermochte die Theorieeine grosse Anzahl organischer Verbindungen mehr oder weniger unge-zwungen abzuleiten. Allein sie erwiesen sich als unzureichend, um alle,ja selbst nur die besser studirten organischen Verbindungen vollständig inihrem Rahmen zu fassen. Es trat die Nöthigung heran, weitere Typenaufzustellen, und zwar waren, wenn auch nicht die einzige, so doch dienächste Veranlassung dazu die mehrbasischen organischen Säuren.Einbasische Säuren sind bekanntlich solche (vergl. Bd. I, 4. Aufl.,S. 171), welche nur ein Atom basischen, d. h. durch Metalle auf demWege der Salzbildung vertretbaren Wasserstoffs enthalten, mehrbasischeSäuren dagegen solche, welche mehr wie 1 Atom durch Metalle vertret-baren Wasserstoffs enthalten, und daher mehr wie eine Reihe von Sal-zen bilden können. Nun leitet aber die Typentheorie die einbasischenSäuren von einem Wassermolekül durch Vertretung eines der beidenWasserstoffatome des letzteren durch Säureradieale ab, und ist es derdem Wasserreste angehörige, der extraradicale, oder der soge-nannte typische Wasserstoff, welcher durch Metalle auf dem Wegeder Salzbildung vertreten werden kann. Die Typenformel der Essigäure,

3 rr|0, jene der Salpetersäure, 2 | 0, erklären daher den einbasi-schen Charakter dieser Säuren völlig. Aber nicht minder klar machensie es, dass mehrbasische Säuren vom primären Wassertypus, d. h. voneinem Molekül Wasser, nicht abgeleitet werden können, denn mehrbasi-sche Säuren müssen nothwendig mehr wie einen Wasserrest (OH) ent-halten. Diese Betrachtung führte zur Aufstellung der sogenannten mul-tiplen oder Cöndensationstypen, zugleich aber und zwar zunächstvom Standpunkte der typischen Anschauung zur Aufstellung des Begriffsder ein- und mehrwerthigen Radicale.

Aus den oben bezüglich der Ableitung organischer Verbindungen vonden primären und den abgeleiteten Typen angeführten Beispielenerhellt zur Genüge, dass diese Ableitung in der Vertretung eines Wasser-stoffatoms der Typen durch organische Radicale besteht; dass demnachdiese Radicale einem Wasserstoffatome äquivalent und in diesem Sinne