Bation eileFormeln.
Es sindüber diechemischeConstitutioneiner
organischenVerbindungverschie-dene An-schauungenmöglich.
4 Einleitung.
wichtstheile oder 4 Aeq. Sauerstoff und 16 Gewichtstheile oder 1 Aeq.Schwefel im schwefelsauren Kalium enthalten sind.
Dies ist einfach das Resultat der Analyse, es ist Thatsachc. Durchdie Analyse aber und die daraus abgeleiteten empirischen Formeln er-halten wir keinen Aufschluss darüber, in welcher Weise die drei Elementeim schwefelsauren Kalium gruppirt oder gelagert sind. Die Biklungs- undUmsetzung'sweisen des schwefelsauren Kaliums veranlassten die Chemikerin der That, anzunehmen, dass im schwefelsauren Kalium zwei nähere Be-standtheile enthalten seien: die Schwefelsäure, S0 a , und das Kaliumoxyd,KO, dass demnach Kalium, Schwefel und Sauerstoff in bestimmter Weisegruppirt sind; dass von den 4 Aeq. Sauerstoff 3 Aeq. mit dem Schwefel inengerer Bindung und 1 Aeq. mit dem Kalium vereinigt seien, und siedrückten diese Ansicht aus durch die dualistische rationelle Formel:
KO, S0 3 ,uud durch die Bezeichnung schwefelsaures Kaliumoxyd. In derselbenWeise verwandelte man die aus der Analyse des salpetersauren Eisen-oxyds abgeleitete empirische Formel
Fe,N 3 0 lsin die rationelle Fe2 0s, 3N0 5 ,
welche ausdrückt, dass wir uns im salpetersauren Eisenoxyd Fo 2 0 3 mit3 N 0-,, d. h. von den 18 Aeq. Sauerstoff 15 Aeq. mit dem Stickstoff und3 mit dem Eisen in näherer Bindung denken können.
Eine rationelle chemische Formel ist demnach der Ausdruck für dieAnschauung, die wir uns über die Gruppirung der Elemente einer che-mischen Verbindung: über ihre näheren Bestandteile, zunächst aus ihrenBildungsweisen, ihrem Verhalten und ihren Umsetzungen gebildet haben :mit anderen Worten: über ihre chemische Constitution.
Es muss dabei hervorgehoben werden, dass bei allen Untersuchun-gen über die Constitution chemischer Verbindungen das Gebiet der rei-nen Thatsachen bereits überschritten und das der Hypothesen betretenist. Und zwar nicht nur, wenn man von der Lagerung oder Gruppirung,der näheren Bindungsweise „der Atome" einer chemischen Verbindungspricht, demnach die atomistische Theorie hereinbezieht, sondern wennman überhaupt die näheren Bestandtheile, oder die Bin dun gs weise derElemente in einer chemischen Verbindung discutirt. Thatsache ist es,dass wir schwefelsaures Kalium erhalten durch Einwirkung von Schwefel-säure: HSOj, auf Kalihydrat: KHOj, dass Schwefelsäure und Kaliumoxydunter Abscheidung von Wasser zu jener Verbindung, die wir schwefel-saures Kaliumoxyd nennen, zusammentreten, und zwar nach der Formel-gleichung: 'HSO4 + KHO. = KSOj + 2 HO; Thatsache ist es ferner,dass wir aus ihr, unter Aufnahme der Elemente des Wassers Schwefel-säure und Kalihydrat wieder erhalten können, allein ob der Rest derSchwefelsäure: SO.;, und jener des Kalihydrats: KO, darin wirklich so ge-lagert sind, wie die rationelle Formel K 0, S 0 3 voraussetzt, lässt sich
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