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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
Entstehung
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766
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Schwe i'el halt ige ätherische Oele.

aus anisylige Säure, C 16 II a 0 4 , und Oxalsäure; erstere wird aberdurch weitere Oxydation in Anisylsäure, Cj 6 H 8 0 6 , verwandelt.

Schwefelhaltige ätherische Oele.

910. Die schwefelhaltigen Oele zeichnen sich durch ihrenunangenehmen heftigen Geruch aus, der zu Thränen reizt. Sierinden sich .in vielen Pflanzen ( Umbeäiferen, AUiaceen, Crucifereri}fertig gebildet, oder sie entstehen in Folge von Gährung beimZusammenkommen der Pflanzentheile mit Wasser. Genauer be-kannt sind das Knoblauchöl und das Senf öl, welche beide das-selbe Radical, Allyl, Cell.,, enthalten.

Das Allyl ist in dem Knoblauchöl mit Schwefel, C 8 II 5 S. indem Seni'öl mit Schwefelcyan, C 6 li 5 . CjXS 2 = C a H 5 NSj, ver-bunden.

917. Knoblauchöl: C 6 H 5 S. Es wird durch Destillationder Zwiebeln von Knoblauch (Alltum sativum) mit Wasser alseine fast farblose, leichte, ölartige Schicht erhalten; in Wasserlöst es sich wenig, leicht in Alkohol oder Aether. Mit salpeter-saurem Silberoxyd in alkoholischer Lösung gemischt, scheidet esSchwefelsilber ab, vermengt mit farblosen Kristallen von sal-petersaurem Silberoxyd -Allyloxyd, 0$ H 5 0 . AgO .N0 5 . Letztere lösen sich in Wasser und scheiden auf Zusatz vonAmmoniak Allyloxyd als leichtes Oel ab.

918. Senföl(Schwefelcyanallyl), C 8 H 5 NS 2 . Dieses Oel bildetsich in den schwarzen Senfsamen, sobald sie mit Wasser befeuch-tet werden, durch Einwirkung eines Ferments auf einen anderenBestandtheil (Myronsäure genannt). Bei der Destillation mitWasser geht das Seni'öl über, und scheidet sich im Destillateals eine schwere, iärblose Schicht unter dem Wasser ab. Essiedet bei 148°, sein specif. Gewicht beträgt 1,010. Es hat einen,sehr heftigen Geruch, und die geringste Menge macht die Augenthränen.

Durch Erhitzen mit Kalihydrat in zugeschmolzenen Rohrenverwandelt es sich in Allyloxyd (und Schwefelcyankalium). Eslässt sich aus dem Knoblauchöl darstellen, indem man den Schwe-fel darin durch Schwefelcyan ersetzt.

Mit Ammoniak vereinigt es sich zu einer organischen Basis,dem Thiosinnamin, C B II 8 N S S. 2 .

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