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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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765
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Camp her. Anisöl, Fenchelöl, Esdragonöl. 705

diese sind. Sie enthalten alle 2 Aeq. Sauerstoff, und verwandelnsich beim Erhitzen mit Kalihydrat in Säuren, wobei entweder2 Aeq. Wasser oder 2 Aeq. Sauerstoff aufgenommen werden; inletzterem Fall entweicht der Wasserstoff gasförmig.

Seinen chemischen Eigenschalten nach gehört hierzu der

Campher: CsoII^Oj.

914. Zum Unterschied von anderen ähnlichen Verbindungennennt man den gemeinen Campher auch japanischen Campher.Er kommt in dem Holz von Laurun Camphora vor, .zuweilen ingrösseren Krystallen abgelagert. Man gewinnt ihn" durch Destil-lation des Holzes mit Wasser in eisernen Gefässen, wobei derCampher sich in dem mit Stroh ausgekleideten Helm absetztund durch abermalige Destillation über gebrannten Kalk gerei-nigt wird.

Der Campher ist bei gewöhnlicher Temperatur eine weisse,durchsichtige, krystallinische Masse, welche schon bei gewöhnli-cher Temperatur merkliche Dämpfe ausgiebt, wodurch er einenstarken, charakteristischen Geruch verbreitet. Er sublimirt daherschon bei sehr niederer Temperatur (12.). Er schmilzt erst bei175° und siedet bei 205°. Sein specif. Gewicht ist 0,985.

Erhitzt man den Cainpher in einer zugcschmolzenen Röhremit Kalihydrat auf 300 bis 400°, so bildet sich campholsauresKali: C 20 H 16 O 2 -f KO . HO = KO . C^ H 17 0 3 . BehnErwär-inen mit wasserfreier Phosphorsäure werden dein Campher 2 Aeq.Wasser entzogen, und es destillirt ein ücl, C 2H 14 , über, wel-ches mit dem in dem Römisch-Kummelöl vorkommenden Kohlen-wasserstoff, den man Cymol genannt hat, identisch ist.

Anisöl, Fenchelöl, Esdragonöl.

915. Die aus den Samen von Anis, Fenchel, Sternanis, so-wie den Blättern von Esdragon (Artemisin Dracunculus) durchDestillation mit Wasser erhaltenen Oelc, enthalten als wesent-lichen Bestandtheil einen gemeinsamen Stoff, der in reinem Zu-stande dargestellt dieselben Eigenschaften besitzt, gleichgültigaus welchem Oel er dargestellt wurde. Erkältet man Anisölbis aufO", so erstarrt es fast vollständig zu demAniss tearop-ten, C ä0 H 12 O s , welches in perlmutterglänzenden Blättchen kry-stallisirt. Es schmilzt bei 18° und siedet bei 220°; specif. Ge-wicht 1,014.

Beim Kochen mit verdünnter Salpetersäure erhält man dar-