Athamanthin.
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Zum Färben mit Indigo wendet man meistens die Indigkü-pen, seltener die Auflösung des Indigblaus in Schwefelsäure an.
Bitterstoffe, Süssstoffe.
907. Eine Anzahl krystallisirter, indifferenter Stoffe, vonwenig ausgeprägtem chemischem Charakter, die durch bitterenGeschmack in den Pflanzen sich bemerklich machen, hat manBitterstoffe genannt; wir beschreiben mit ihnen andere süss-scluneckende Stoffe, welche von den Zuckerarten dadurch ver-schieden sind, dass sie nicht in Glucose verwandelt werden kön-nen, daher der Alkoholgährung nicht fähig sind, und meistensWasserstoff und Sauerstoff nicht zu gleichen Aequivalenten ent-halten.
Es sind wohl alle gepaarte Verbindungen, welche aber statteines Kohlehydrats andere Paarlinge enthalten, wodurch sie vonden Glucosiden verschieden sind.
Zu den Bitterstoffen rechnet man das Athamanthin, Peuce-danin (aus Peucedanum qfficinale, Imperatoria Struthium), Pikro-toxin (aus den Kokkelskörnern), Aloin (aus Aloe) u. a. Zu denSüssstoffen zählt man Mannit, Dulcit, Quercit (aus den Eicheln),Inosit (Muskelzucker) u. a.
Athamanthin: C 2 ,Hi 5 0 7 .
908. Der ätherische Auszug der Wurzeln und Samen vonAthamantlia Oreoselinum hinterlässt beim Verdampfen das Atha-manthin als ein Oel, welches nach einiger Zeit zu farblosen vier-seitigen Prismen erstarrt. Es schmilzt bei 79°, ist aber nicht un-zersetzt flüchtig. In Alkohol und Aether ist es löslich, nicht imWasser. Beim Kochen mit Säuren oder Alkalien zerfällt es inValeriansäure und Oreoselon, C U H 5 03, naeh der Gleichung:
C 2 ,H 15 Ü 7 = C l0 H 10 O, + C M H 5 O a .
Das Oreoselon bildet farblose Krystalle ohne Geruch undGeschmack, die in Wasser unlöslich sind, aber von Alkohol undAether, wenngleich schwierig, gelöst werden. Beim Kochen mitSalzsäure wird das Oreoselon, unter Aufnahme von 1 Aeq. Was-ser in Oreoselin, C 14 H 6 0 4 , verwandelt, welches dem Oreoselonin seinen Eigenschaften nahe kommt.
Das Oreoselin findet sich auch als Paarung in dem Peuce-