Alizarin. — Indigblau. 759
getaucht, wobei der Farbestoff sich auf das Zeug niederschlägtund durch Waschen nicht mehr entfernt werden kann.
Wir wollen zwei der wichtigsten Farbestoffe, nämlich dasAlizarin und das Indigblau, näher beschreiben.
Alizarin: C^HeO,,.
904. Das Alizarin wird aus der Krappwurzel (Ruhia tineto-rum) gewonnen, lässt sich aber nur schwierig in grösserer Mengedaraus darstellen. Am einfachsten vermischt man die gepulverteKrappwurzel mit concentrirter Schwefelsäure, wäscht die schwarzgewordene Masse (Garancine) mit Wasser aus, trocknet und er-hitzt sie. Das Alizarin sublimirt hierbei in langen, glänzenden,rothgefärbten Nadeln. Es löst sich in kochendem Wasser nurwenig auf, leicht in Alkohol und Aether mit gelber Farbe.Es krystallisirt aus Alkohol in goldähnlichen Blättchen, welche4 Aeq. Wasser enthalten, die es bei 100° verliert. VerdünnteAlkalien lösen es mit prächtig purpurner Farbe auf; die Lösungerscheint in zurückgeworfenem Licht rein blau gefärbt. MitKalk- und Barytsalzen giebt sie blaue Niederschläge, welcheeine wechselnde Zusammensetzung besitzen. Eine ammoniakali-sche Lösung von Alizarin wird von Alaunlösung in rothenFlocken gefällt.
Das Alizarin löst sich in concentrirter Schwefelsäure ohneZersetzung auf. und wird durch Wasser wieder daraus gefällt.
Das Alizarin ist in der frischen Krappwurzel nicht fertig ge-bildet, sondern entsteht erst durch einen Gährungsproeess auseinem gelben Stoffe, welcher hierbei in Alizarin und Trauben-zucker zerfällt. Das Alizarin liefert die schönen und dauerhaftenKrappfarben, namentlich das schöne Turkischroth.
Indigblau: C 16 H 5 N0 2 .
905. Das Indigblau ist der Hauptbestandteil des im Han-del vorkommenden Indigos, und lässt sich daraus leicht in rei-nem Zustande gewinnen. In eine verschliessbare Flasche bringtman 4 Tide. Indigo, 4 Thle. Traubenzucker und G Thle. concen-trirte Natronlauge, welche vorher mit 200 Thln. Wasser verdünntwurde, und lässt die Mischung verschlossen stehen. Das Indig-blau löst sich hierbei unter Entfärbung auf, indem es in Indig-weiss übergeht; der Traubenzucker oxydirt sich nämlich aufKosten des Sauerstoffs des Wassers, und der Wasserstoff dessel-ben verbindet sich mit dem Indigblau zu Indigweiss, C, 6 H 6 N0 2 .Giesst man nach längerem Stehen die klare Flüssigkeit ab, so