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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Salicin.

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in säure- oder salzhaltigem Wasser nicht löslich ist. Sie rea-girt sauer und bildet mit den Basen Salze, von welchenhauptsächlich die mit Alkalien und Erdalkalien in Wasser lös-lich sind. Eisenoxydlösungen geben einen schwarzen Nieder-schlag, der in Wasser fein zertheilt die gewöhnliche Dinte dar-stellt.

Sehr wichtig ist die Eigenschaft der Gerbsäure, durch Leim-lösung gelallt zu werden; es scheidet sich hierbei ein zäher farb-loser flockiger Niederschlag ab,» der in Wasser nicht löslich ist.Auch mit der thierischen Haut vereinigt sich die Gerbsäure, undsie wird dadurch völlig aus ihren Lösungen abgeschieden. Diefhierische Haut wird dadurch gegerbt, d. h. sie geht in einender Fäulniss nicht fähigen, zähen und festen Körper, in Leder,über.

Kocht man Gerbsäure mit verdünnter Schwefelsäure, so zer-fällt sie allmälig in Glucose und Gallussäure:

C S4 H 42 0 34 + 8IIO = C 1S H 18 0 1S + 8(C M H.O 10 ).

Die Gallussäure, C|,H 6 O 10 , krystallisirt beim Erkalten infarblosen seideglänzenden Nadeln, die in kaltem Wasser nur we-nig, leichter in warmem löslich sind. Sie reagirt sauer und sät-tigt 3 Aeq. Metalloxyd. Mit Eisenoxydlösung giebt sie, wie dieGerbsäure, einen schwarzen Niederschlag, aber sie fällt die Lehn-lösung nicht. Die Gallussäure entsteht auch aus der Gerbsäuredurch Einwirkung der Fermente. Lässt man z. B. gepulverteGalläpfel, mit Wasser angeleuchtet, an der Luft stehen, so findetbald eine Gährung statt, wobei die Gerbsäure in Gallussäure undZucker zerfällt. Letzterer kann selbst die Alkoholgährung er-leiden.

Salicin: C 2G H 18 0 14 .

902. Das Salicin kommt in der Weidenrinde vor und wirddaraus dargestellt, indem man sie mit Wasser auskocht, dieFlüssigkeit mit Bleioxyd versetzt, und, nachdem das gelösteBleioxyd wieder durch Schwelelsäure entfernt ist, zur Krystalli-sation abdampft.

Das Salicin krystallisirt in seideglänzenden weissen Nadeln,schmeckt sehr bitter und löst sich in heissem Wasser und in Al-kohol leicht auf. Concentrirte Schwefelsäure löst es in blutrotherFarbe.

Es zerfällt beim Kochen mit verdünnten Säuren in Salire-tin, C 14 II 6 O ä , und Zucker, C I8 H lt Ois, welcher letztere als