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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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737
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Glycerin. 737

sich nur wenig in Wasser, in jedem Verhältniss in Alkohol undAether. Es brennt mit leuchtender, russender Flamme.

Das Amyloxydhydrat [besitzt alle Eigenschaften eines Alko-hols; das in ihm enthaltene KadicalAmyl hat die Formel C 10 H U ,so dass seine rationelle Formel HO . (C l0 H n )O ist; man kenntlast alle die den bekannten Aethylverbindungcn homologen Amyl-verbindungen. In Berührung mit Sauerstoff und Platinschwarzweht es in Baldriansäure über.

Glycerin: C e H 8 0 (i

872. Den vorhergehenden Alkoholen in manchen Beziehun-gen ähnlich, doch nicht zu derselben Gruppe gehörig, ist dasGlycerin oder Glycery loxy dhydrat: HO.C 6 H 7 0 5 . Dasselbeist ein constantes Product der Verseifung der Fette.

Man gewinnt es durch Behandlung der Fette mit Bleioxydund Wasser in der Wärme, wobei es in dem Wasser gelöst bleibt,während die gleichzeitig entstehenden Verbindungen der fettenSäuren mit Bleioxyd, als Bleipflaster (830.) sich abscheiden. Manlallt das gelöste Bleioxyd durch Schwefelwasserstoff, und erhältdurch Eindampfen im Wasserbad das Glycerin als einen farblo-sen oder gelblich gefärbten Syrup, von stark süssem Geschmack.Das Glycerin ist in Wasser und Alkohol leicht löslich, nicht inAether. Beim Erhitzen verflüchtigt es sich nur zum Theilunzersetzt.

Beim Erhitzen des Glycerins mit wasserfreier Phosphorsäureverflüchtigt es sich unter Verlust von 4 Aeq. Wasser als Akro-lein, C 6 H 4 0j, welches heftig die Augen angreift. Der beimAusblasen eines brennenden Talglichtes auftretende Geruch rührtvon Akrole'in her.

Das Glyceryloxyd bildet, ähnlich wie das Aethyloxyd, mitvielen Säuren gepaarte Verbindungen; beim Vermischen "vonGlycerin mit concentrirter Schwefelsäure entsteht z. B. die Gly-cerinschwefelsäure, HO . C 6 H 7 0 5 . 2 S0 3 , welche 1 Aeq. Basissättigt.

Erwärmt man Glycerin mit den Hydraten der fetten Säuren

längere Zeit in zugeschmolzenen Eöhren auf 100bis200°, so findei

eine Verbindung statt. Das entstandene Product lässt sich durch

W aschen mit Wasser von unverändert beigemengtem Glycerin

Regnault-Strecker's Chemie. 47