Druckschrift 
1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
Entstehung
Seite
735
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Verwandlungen der AethyWerbindungen. 735

lose, rtlartige, saure Flüssigkeit, welche beim Kochen mit Wasserin Alkohol und Schwefelsaure zerfällt.

Die ätherschwefelsauren Salze haben die allgemeine Formel:MO . C,1I 5 0 . 2 S 0 3 ; sie sind sämmtlich in Wasser löslichund werden beim Kochen mit Wasser weniger leicht als die freieSäure zersetzt.

Beim Zusammenbringen von ätherschwefelsaurem Kali mitCyankalium, Schwelelkalium oder mit Schwelelwasserstoff-Schwe-felkalium, cyansaurem Kali u. s. w. findet in der Wärme einedoppelte Zersetzung statt, wobei einfach -schwefelsaures Kali ge-bildet wird, während das Aethyl die Stelle des Kaliums in derbetreffenden Kaliumverbindung einnimmt. Die Zersetzung mitCyankalium wird z. B. durch folgende Gleichung ausgedrückt:KO . C,H 5 0 . 2S0 3 + KCy = 2(KO . S0 3 ) -f C 4 H 5 Cy.

Pas hierbei erhaltene Cyanäthyl ist mit dem durch Er-hitzen von propionsaurem Ammoniak mit wasserfreier Phosphor-säure darzustellenden Nitril der Propionsäure identisch.

888. Aetherweimäure, HO . C,II 5 0 . C s H 4 O, 0 , bildet sichbeim Erwärmen einer Lösung von Weinsäure in Alkohol; beimVerdunsten der Lösung krystallisirt die Säure in langen, rhom-bischen Prismen. Diese Säure bildet mit 1 Aeq. Metalloxyd lös-liche, krystallisirbare Salze.

8C9. Xanthogemäure (Aethyloxyd-Sulfokohlensäure): .C 4 H 5 0 . 2CS S . Vermischt man eine Lösung von Kalihydrat inAlkohol mit Schwefelkohlenstoff, so scheiden sich sogleich farb-lose, seideglänzende Nadeln von xanthogensaurem Kali, KO .C4ILO . 2CS 2 , ab. Dieses Salz löst sich in Wasser aul, unddurch Zusatz von verdünnter Schwelelsäure fällt die Xanthogen-säure in Gestalt einer larblosen, ölartigen Flüssigkeit nieder.Beim Erwärmen zerlegt sie sieh leicht in Alkohol und Schwefel-kohlenstoff. Durch doppelte Zersetzung kann man leicht ausdem Kalisalz andere xanthogensaure Salze darstellen; Kupfer-oxydsalze geben damit einen gelben, flockigen Niederschlag (da-her der Name der Säure).

Verwandlungen der Aethylverbindungen.

870. Die Aethylverbindungen gehen leicht unter Verlust von2 Aeq. Wasserstoff in Acetylvcrbindungen über. Dies geschieht