Aethyloxydverbindungcn. 733
Rückstand, so destillirt Stibäthyl 'und wird durch Abkühlen alswasserhelle, dünne Flüssigkeit von 1,324 specif. Gewicht erhalten,die bei 158° siedet. Das Stibäthyl zeigt einen unangenehmenGeruch nach Zwiebeln; es raucht an der Luft, entzündet sichbald, und verbrennt mit weisser, leuchtender Flamme. In Wein-geist und Aether ist es löslich, nicht in Wasser. Bei langsamemZutritt von Luft zieht es Sauerstoff an und verwandelt sich inStrbäthyloxyd, C ls ,H 15 Sb0 8 = 3(C 4 H 6 ) SbO.,; dasselbe isteine- zähe, unkrystallinisehe Masse; es bildet mit 2 Aeq. Säureneutrale krystallisirbare Salze, z. B. 3(C 4 H 5 ) Sb O s . 2N0 5 .
Das Stibäthyl vereinigt sich mit Jodäthyl zu einer krystalli-nischen Masse, dem J odstibäthylium, 4(C.,H S ) SbJ; es istnämlich: 3 (CR,) Sb + C 4 H 5 J = 4(C,H 5 ) SbJ. Durch Sil-beroxyd kann man daraus das Jod abscheiden und durch Sauer-stoff ersetzen, wodurch man das stark alkalische Stibäthylium-oxyd, 4(C,H 5 ) Sb O, erhält, welches mit 1 Ae>j. Säure neutraleSalze bildet.
Verbindungen des Aethyloxyds.
864. Das Aethyloxyd vereinigt sich mit Metalloxyden, mitChlormetallen und mit Säuren. Bringt man zu Aethyloxydhydratein Stück Kalium, so bildet sich unter Entwickelung von Wasser-stoffgas Aethyloxyd-Kali, C,IL,0 . K<>.
Wichtiger sind die Verbindungen des Aethyloxyds mit Säu-ren, deren es zweierlei Arten, nämlich neutrale und saure giebt.Denkt man sich diese Verbindungen aus Alkohol und dem Säure-hydrat entstanden, so enthalten sie die Elemente von beiden unterAusscheidung von 2 Aeq. Wasser für jedes Aeq. Alkohol. Die neu-tralen Aethyloxydverbindungen oder die sogenannten zusam-mengesetzten Aether arten sind durch Vereinigung von1 Aeq. Aethyloxyd mit 1 Aeq. Säure entstanden, die saurenAethylvcrbindungen oder die Aethersäuren enthalten auf1 Aeq. Aethyloxyd 2 oder mehr Aeq. Säure. Es giebt z. B. einneutrales schwefelsaures Aethyloxyd, C 4 H 5 O . S0 3 , und eineAetherschwefelsäure, HO . C,II 5 Ü . 2 SO,.
Das Aethyloxyd verbindet sich mit den Säuren in vielen Fäl-len beim Erwärmen von Alkohol mit dem betreffenden Säure-hydrat (besser noch der wasserfreien Säure) oder beim Einleitenvon Chlorwasserstoffsäure in eine Lösung der Säure in Alkohol.Die neutralen Aetherarten sind meistens im Wasser unlöslich,ohne Zersetzung flüchtig, und nehmen im Dampfzustande 4 Vo-lume ein; sie erleiden beim Zusammenkommen mit Salzen in