728 Methyloxydhydrat.
Die bis jetzt bekannten Alkohole gehören grösstenteils einereinzigen Reihe an, welche der Reihe der fetten Säuren (805.) ent-spricht, nämlich:
Methyl-Alkohol (Holzgeist) . . HO . C, H, O;
Aethyl-Alkohol (Weingeist) . . HO . C, H 5 O;
Propyl-Alkohol......HO . C, H r O;
Butyl-Alkohol.......HO . C 8 H, O;
Amyl-Alkohol (Kartoffelfuselöl) . HO . C^H.,0;
Capronyl-Alkohol .....HO . C 18 H 13 0;
Capryl-Alkohol ......HO . C„H 17 0;
Cetyl-Alkohol (Aethal) . . . . HO . C^H 3a O;
Cerotyl-Alkohol......HO . C 54 H ä5 0;
Melissyl-Alkohol......HO ,C i0 H„O.
Ausser diesen homologen Alkoholen kennt man noch eineAnzahl alkoholartiger Körper, nämlich das Glycerin, Styron(Zimmtsäure-Alkohol), den Benzoesäure-Alkohol und den Cumin-säure-Alkohol, welche entsprechende Verbindungen eingehen, wiedie Alkohole obiger homologen Reihe.
Methyloxydhydrat (Holzgeist): C 2 H 4 0.,.
856. Das Methyloxydhydrat, II O . C 2 II 3 O, entsteht bei dertrocknen Destillation verschiedener organischen Stoffe und wirdbei der Verkohlung des Holzes in eisernen Cylindern in grosserMenge gewonnen. Andere Verbindungen des Methyls (C s H 3 )finden sich fertig gebildet in der Natur; das Gaultheriaöl z. R.ist eine Verbindung von Salicylsäure mit Methyloxyd.
Man stellt das reine Methyloxydhydrat aus dem käuflichenHolzgeist dar, indem man ihn mit Chlorcalcium zusammenbringtund destillirt. Das Methyloxydhydrat wird hierbei von demChlorcalcium zurückgehalten, während alle übrigen Beimengun-gen sich verflüchtigen; setzt man hierauf Wasser zu, so scheidetdieses das Methyloxydhydrat ab, welches bei abermaliger Destil-lation übergeht, und durch Aetzkalk entwässert wird.
Das Methyloxydhydrat ist eine farblose, dünne Flüssigkeitvon 0,814 specif. Gewicht bei -(-4°; es siedet bei G0",5 undmischt sich mit Wasser in allen Verhältnissen. Es ist leicht ent-zündlich und brennt mit blassblauer Flamme.