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Weinsäure'. C 8 II 6 0 12 .
849. Die Weinsäure, 2 HO . C 8 H 4 O 10 , kommt in verschie-denen Früchten, namentlich den Trauben vor. Man stellt sieaus dem Weinstein dar, welcher sich bei dem Lagern jungerWeine als eine dicke Kruste an die Fässer absetzt. Der Wein-stein besteht hauptsächlich aus zweifach - weinsaurem Kali undweinsaurem Kalk, welche in dem Rebensatte gelöst waren, in dernach der Gährung alkoholhaltigen Flüssigkeit aber nicht mehrlöslich sind und sich allmälig abscheiden. Der Weinstein wirddurch Fmkrystallisiren aus kochendem Wasser unter Zusatz vonThierkohle gereinigt und heisst hierauf Weinsteinrahm.Dieser wird mit kohlensaurem Kalk gekocht, wobei weinsaurerKalk niederfallt und einfach-weinsaures Kali gelöst bleibt, wel-ches man durch Zusatz von Chlorcalcium gleichfalls in unlösli-chen weinsauren Kalk verwandelt. Der weinsaure Kalk wird mitSchwefelsäure zerlegt, und die gelöste Weinsäure durch Ein-dampfen und Erkalten der Lösung in Krystallen erhalten.
Die Weinsäure krystallisirt in farblosen, schief vierseitigenPrismen, schmeckt sauer und etwas bitter, und ist leicht in Was-ser, schwerer in Alkohol löslich.
Die Weinsäure erleidet in der Hitze einige bemerkenswertheVeränderungen.
Erhitzt man die Weinsäure auf 100 bis 170°, so schmilzt sieund verwandelt sich in isomere Säuren; erhitzt man dagegenstärker, bis sie sich aufbläht und Wasser verliert, so entsteht dieTartr elsäure, HO.C,H.O 0 , welche aus der Weinsäure unterVerlust von 2 Aeq. Wasser entstanden isl, und nur noch 1 Aeq.Basis sättigt. Bei längerem Erhitzen auf 180" entsteht dagegenaus dem Weinsäurehydrat wasserfreie Weinsäure, CaH.,0,,,,welche ein in Wasser unlösliches weisses Pulver bildet. Alle dieseSäuren gehen beim Kochen mit Wasser wieder in gewöhnlicheWeinsäure über.
850. Die Weinsäure bildet mit den Basen neutrale, 2 MO.C 8 H 4 O 10 , und zweifach-saure Salze, MO . HO.C 3 H 4 O 10 .
Die weinsauren Salze haben zum Theil eine bedeutende An-wendung in den Gewerben und der Medicin gefunden. Es gehörthierzu das zweifach-weinsaure Kali (Weinstein), K O . H O .C 8 H 4 0 lt , dessen Gewinnung und Reinigung oben erwähnt wurde,und das weinsaure Antimonoxyd-Kali (Brechweinstein),KO . Sb0 3 . C 8 H 4 O 10 -)- HO.
Der Brechweinstein wird durch Kochen des gereinigten Wein-