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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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694 Organische Säuren.

der höheren Glieder der Reihe etwas ab, obwohl auch hiernoch viele Beziehungen unverändert sich erhalten haben. Stearin-säure und Margarinsäure, zwei nahestehende Glieder, sind sichwieder sehr ähnlich, und ebenso Cerotinsäure und Melissinsäure.

Regelmässigkeiten des Siedepunktes homologerKörper.

790. Man hat die sehr wichtige Beobachtung gemacht, dassder Siedepunkt homologer Körper um 19 X n ° steigt, wenn diechemische Formel um C^ n H 2 zunimmt, oder mit anderen Wor-ten: für je C ä H ä , welches eine solche Verbindung mehr enthältals eine andere, liegt der Siedepunkt um 19° höher. Die Amei-sensäure siedet bei 100°, die Essigsäure bei 119°, die Pro-pionsäure bei 138°, die Buttersäure bei 157° u. s. w.

Es gilt dieses, wie erwähnt, nur i'ür homologe Körper, solchealso, welche von derselben Natur sind. Essigsäure, C, II 4 Ü 4 ,und essigsaures Methyloxyd, C ä II 6 0 4 , sind auch um C 2 Hjin ihren Formeln verschieden, aber erstere siedet bei 119°, undletzteres bei 55°, also um 63° niedriger als erstere. Das essig-saure Aethyloxyd, C 8 H B 0 4 , siedet dagegen bei 74", also um19° höher als das ihm homologe essigsaure Methyloxyd.

797. Wir werden die organischen Verbindungen in vierHauptabtheilungen getrennt beschreiben, und zwar:I. Die organischen Säuren.

II. Die Alkohole und deren Verwandlungs-producte.

III. Die organischen Basen.

IV. Die indifferenten organischen Verbin-dungen.

In jeder dieser Hauptabtheilungen werden wir wieder ver-schiedene Gruppen unterscheiden, woraus wir die charakteristisch-sten Glieder näher besehreiben werden.

I.

Organische

Säure n.

798. Wir werden zuerst die organischen Säuren beschreibenund im Zusammenhang damit die in nächster Beziehung zu ihnenstehenden Verbindungen. Hinsichtlich der Radicale dieser Ver-