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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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692
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C92 Isomerie

dene physikalische, sondern auch durch chemische Eigenschaften.Zucker säure und Schleimsäure sind zwei Säuren von derFormel 2HO . C 12 H 8 O u . Man weiss die Ursache der Verschieden-heit dieser Verbindungen nicht näher, und die Chemiker nehmen an,dass die kleinsten Theile, aus welchen dieselben zusammengesetztsind, in verschiedener Weise in ihnen geordnet seien. Bei einer an-deren Classe von isomeren Körpern kennt man dagegen die Ursacheder Verschiedenheit derselben. Es sind nämlich Verbindungen,welche durch Zusammentreten, verschiedener Substanzen in derWeise, dass die Summe der Aequivalente in allen dieselbe ist,entstanden sind; solche Körper nennt man metamere Körper.Das ameisensaure Aethylox yd und das ess ig saure Methyl-Oxyd besitzen dieselbe chemische Formel: C 6 H 6 O,; aber erste-res besteht aus: C 2 H. 0 3 -f~ C 4 TL, O = C 6 IL, 0 4 , letzteres aus:C 4 H 3 0 3 + C 2 H 3 O = C 8 H 6 Cv Glycocoll und Salpeter ig-saures Aethyloxyd haben beide die Formel C, IL,N0 4 , letz-teres ist eine Verbindung von salpeteriger Säure mit Aethyloxyd,C 4 IL, 0 . N 0 3 ; ersteres enthält den Stickstoff in Form einerAmmoniakverbindung.

Es giebt endlich noch eine Classe von isomeren Körpern,welche zwar dieselbe proeentische Zusammensetzung, aber dochverschiedene Formeln besitzen, wobei nämlich die eine Formelein Vielfaches von der anderen ist. Solche Körper nennt manpolymer. Die Formel des Aldehyds ist C,H 4 0. 2 , die des Es-sigäthers C 8 H 8 0 4 ; Aldehyd und Essigäther sind also polymereKörper.

Es giebt ferner eine grosse Anzahl von Kohlenwasserstoffen,welche in 100 Theilen gleichviel Kohlenstoff und Wasserstoff ent-halten, aber ein verschiedenes Aequivalent besitzen; solche poly-mere Kohlenwasserstoffe sind z. B.:

Oelbildendes Gas . C 4 H 4 .

Propylen ..... C 6 H 6 ,

Butyren.....C 3 H 8 ,

Valeren..... C 10 H 10 ,

- Ceten ...... C J2 H 3S ,

u. s. w.Es ist wahrscheinlich, dass viele im engeren Sinne isomereKörper, vielleicht alle, wenn man ihre Zusaramensetzungsweisegenauer kennen lernt, als polymer oder metamer erkannt werden.