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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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613
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P1 a t i n b a s e n.

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und unterhalt diese Temperatur, so lange sich noch Chlor ent-wickelt. Das Zweifach-Chlorplatin verliert die Hälfte seines Chlor-gehalts und verwandelt sieh in ein dunkelgrünes Pulver. DasEinfach- Chlorplatin kann man auch in Gestalt eines graugrünenNiederschlags durch Einleiten von schwefeliger Säure in eine Lö-sung von Zweifach-Chlorplatin darstellen, wobei diese keine über-schussige Saure enthalten darf; es bildet sich gleichzeitig Schwe-felsäure und Chlorwasserstoffsäure. Das Einfach-Chlorplatin istin Wasser unlöslich, löst sich aber in kochender Chlorwasserstoff-saure auf. Versetzt man diese Lösung mit Salmiak oder Chlor-kalium, so entsteht kein Niederschlag: beim Abdampfen der-sun» scheiden sich schöne Krystalle von löslichen Chlordoppel-salzen aus; die Kaliumverbindung hat die Formel PtCl-f-KCl.

Das Zweifach-Chlorplatin (Platinchlorid), PtCL,, stelltman durch Auflösen von Platin in Königswasser dar; beim Ab-dampfen in gelinder Wärme und Erkalten scheiden sich wasser-haltige braunrothe Krystalle aus; beim weiteren Verdampfen hin-terbleibt eine braune, amorphe, zerfliessliche Masse. Sie löst sichin Wasser mit gelber, wenig rother Farbe auf; die Lösung istbei einem Gehalt an Einfach - Chlorplatin dunkler gefärbt. DasZweifach-Chlorplatin löst sich auch in Alkohol und in Aetherauf Es verbindet sich mit vielen Chlormetallen zu Doppelver-bindungen, unter welchen das Zweifach-Chlorplatinkalium(Pt CK -\- KCl) und das Zwei fach-Chlorplatinammonium(Pt Cl 2 4- N H, Cl) (Plalinsalmiak) besonders wichtig sind. Manerhält dieselben durch Vermischen der Lösungen von Chlorkaliumodi-r Salmiak und Platinchlorid als gelbe, pulverige Niederschläge.Sie sind in Wasser nur sehr wenig löslich, und unlöslich in Alko-hol. Durch Auflösen in kochendem Wasser erhält man sie beimErkalten in regelmässigen, sehr gut ausgebildeten, orangegelbenOctaedern. Beim Glühen des Platinsalmiaks hinterbleibt nur me-tallisches Platin als schwammartige Masse; das Chlorplatinkaliumhinterlässt ein Gemenge von metallischem Platin und Chlorkalium.Das Chlornatrium geht mit dem Zweifach-Chlorplatin eine ähn-liche Verbindung ein; dieselbe ist aber in Wasser und selbst inAlkohol leicht löslich. Aus der Lösung scheiden sich schön gelbeKrystalle von der Formel Pt Cl, -f- Na Cl -j- G II 0 ab. Manbenutzt dieses Verhalten in der chemischen Analyse zur Unter-scheidung und Trennung von Kalium und Natrium (40C).

Platinbasen.G97. Aus dem Einfach-Chlorplatin entsteht durch Einwirkung