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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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455
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Schwefelsaüres Eisenoxydul. 455

dazu das naturlich vorkommende Schwefeleisen, den Schwefel-kies, an.

Der Eisenkies kommt in der Natur sehr häufig vor. aberman kann ihn nicht zur Gewinnung von Eisen brauchen, weildiese zu kostspielig wäre, und doch nur schlechte Eisensortengeben würde; da aber die Schwefelkiese gewöhnlich einige Pro-cente Schwefelkupfer enthalten, so gewinnt man das Kupier ausihnen. Man muss sie hierzu rösten, wobei der Schwefel und dieMetalle sich oxydiren; ein grosser Theil des Schwefels geht alsschwefelige Säure weg, ein anderer Theil verwandelt sich inSchwefelsäure, welche sich mit den Metalloxyden vereinigt; diegebildeten schwefelsauren Salze werden mit Wasser ausgelaugt.

An manchen Orten benutzt man den Schwefelkies auch zurGewinnung von Schwefel, indem man ihn in Retorten glüht, wo-bei ein Theil des Schwefels überdestillirt und im Ruckstandeein Schwefeleisen von der Zusammensetzung des Magnetkiesesbleibt, welches an feuchter Luft leicht Sauerstoff aufnimmt undsich in schwefelsaures Eisenoxydul verwandelt.

An anderen Orten findet man Schiefer, welche von einerMenge kleinerEisenkieskrystalle durchsetzt sind; dieselben sindhäufig so leicht oxydirbar, dass sie au der Luft in kurzer Zeitzerfallen, indem das Scliwei'eleisen in schwefelsaures Eisenoxydulsich verwandelt. Der beigemengte Thon ist selbst mehr oderweniger leicht zersetzbar und liefert schwefelsaure Alaunerde.Die beiden schwefelsauren Salze werden durch Behandlung mitWasser in Lösung erhalten (472.).

Die Vitriollaugen werden in Bleigefässen abgedampft, undwenn sie hinreichend concentrirt sind, in ein grosses Gefäss ge-bracht, worin sie sich durch ruhiges Stehen klären: die hellgewordene Flüssigkeit wird in die Krvstallisirgefässe fliessengelassen.

Das käufliche schwefelsaure Eisenoxydul ist häufig auf seinerOberfläche durch basisch schwefelsaures Eisenoxyd rostfarbig:man reinigt es durch Auflösen in Wasser und Kochen mit Eisen-fede, wodurch alles Eisenoxyd in Eisenoxydul zurückgeführtwird. Das schwefelsaure Eisenoxydul krystallisirt bei gewöhn-licher Temperatur in monoklinometrischen Formen mit 7 Aeq.Krystallwasser: FeO . S0 3 -\- 7 HO; lässt man es aber bei 80°krvstallisiren, so nimmt es nur 4 Aeq. Wasser auf. Es verliertleicht (> Aeq. Wasser; um aber das letzte Aeq. Wasser zu ent-fernen, muss man es auf 300° erhitzen, wodurch es wasserfreials weisses Pulver hinterbleibt, Bei stärkerem Erhitzen verwan-