Eisenoxyd. 451
schwarzen, metallartig glänzenden Haut, die beim Schlag desHammers abspringt, weshalb man sie Eisen-Hammersclilagnennt. Beim Betrachten der schmalen Seite eines etwas dickenStückes dieses Hammerschlags mit derLoupe sieht man, dass esaus mehreren über einander gelagerten Schichten besteht, derenäusserste nahezu die Zusammensetzung des Eisenoxydoxyduls,Fe 3 Oj, besitzt, während die innere, dem Metall zunächst liegendeSchicht sich in der Zusammensetzung dem Eisenoxydul nähert.
In der Lösung der Eisenoxydulsalze entsteht auf Zusatz vonKalilauge ein weisser Niederschlag von Eisenoxydulhydrat, Fe O .HO, welcher sehr rasch, unter Aufnahme von Sauerstoff aus derLuft, eine grüne Färbung annimmt. Nimmt man die Fällung inkochender Losung vor und erhält die Flüssigkeit längere Zeitim Kochen, so färbt sich der weisse Niederschlag schwarz, indemer sein Hydratwasser verliert; aber er zieht so rasch Sauerstoffan, dass man ihn nicht unverändert sammeln kann; er zersetztsogar das Wasser in der Kochhitze und verwandelt sich in Eisen-oxydoxydul.
Das Eisenoxydul färbt die Glasflüsse dunkelgrün; das Glasunserer gewöhnlichen Flaschen verdankt diesem Oxyd seine Farbe.
Eisenoxyd: Fe 2 0 3 .
49G. Das Eisenoxyd kommt in der Natur sowohl für sich,als auch mit Wasser -verbunden, sehr häufig vor. Das wasserfreieEisenoxyd bildet glatte, sehr glanzende, fast schwarze Krystalledes hexagonalen Systems, deren Pulver braunroth gefärbt ist.Die Mineralogen nennen es Eisenglanz: derselbe findet siehin Gängen der alteren Gesteine. In den Spalten vulkanischerLaven kommt häufig Eisenoxyd in dünnen, sehr glänzendensechsseitigen Blättehen krystallisirt vor und heisst alsdannEisen gl im in er.
Das Eisenoxyd findet sich auch im amorphen Zustande, undzwar in mächtigen Lagern; es besitzt darin eine rothe Farbe,die Mineralogen nennen es Rotheisenstein.
Man stellt das Eisenoxyd künstlich durch Glühen von schwe-felsaurem Eisenoxydul dar. wobei wasserfreie Schwefelsäure undschwetelige Säure entweichen, und das Eisenoxyd als rothes Pul-ver hinterbleibt:
2 (FeO . S0 3 ) = Fe 2 <) 3 -f- SO, + SO,.
Das auf diese Weise dargestellte Eisenoxyd führt in denGewerben den Namen Kolkothar oder Caput mortmnn. Es