Druckschrift 
1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
Entstehung
Seite
429
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Kieselsaure Alaunerde.

429

Turmalm*) • . RO .Si0 3 + n(R 2 0 3 . Si0 3 );

Natrolith . . . NaO. Si0 3 + Al 2 0 3 . Si0 3 -f 2HO.

Der reinste Thon ist der Kaolin oder Porcellanthon; es isteine weisse, amorphe, zerreibliche Masse, die mit "Wasser einennur wenig bindenden Teig giebt. Der Kaolin stammt von ver-witterten Feldspathfelsen ab; an einigen Orten kann man diehierbei stattfindende Veränderung leicht verfolgen, indem im In-neren noch unzersetzter Feldspath vorhanden ist, der aber, jenäher man der Oberfläche kommt, um so weiter verwittert ist.Häufig enthält der Kaolin noch Stücke von unverändertem Feld-spath eingeschlossen, die man durch Aufrühren in Wasser undSchlemmen trennen kann. Der auf diese Weise gereinigte Por-cellanthon weicht in seiner Zusammensetzung wenig von derFormel Al 2 0 3 . Si 0 3 -j- 2 II 0 ab. Auch die gewöhnlichen Thon-arten besitzen eine nicht bedeutend hiervon verschiedene Zusam-mensetzung, aber sie kommen häufig mit wechselnden Mengenvon Quarzsand, Eisenoxyd und kohlensaurem Kalk vermischt vor,wodurch ihre physikalischen und chemischen Eigenschalten bedeu-tend verändert sind.

Der reine Thon ist äusserst plastisch, d. h. er bildet mitWasser einen sehr zähen Teig, der sich kneten und in alleGestalten bringen lässt; einen derartigen Thon nennt man fett;durch die Beimengung fremder Stoffe verliert der Thon an seinerPlasticität, und erhält alsdann den Xamen magerer Thon.Der mit einer beträchtlichen Menge von kohlensaurem Kalk ver-mischte Thon heisst Mergel. In dem nämlichen Grade, wie diephysikalischen Eigenschaften, erleiden auch die chemischen Eigen-schalten des Thons durch die Vermischung mit fremden Stoffentief eingreifende Veränderungen, so dass, während der reine Thonin dem stärksten Ofenfeuer unschmelzbar ist, der mit ansehnlichenMengen von Eisenoxyd oder kohlensaurem Kalk verunreinigteThon in der Hitze schmilzt. Der mit Quarzsand vermischte Thonist dagegen gleichfalls unschmelzbar.

Gewisse Thonarten werden zum Entfetten der Wollenstoffeangewendet; man nennt sie Walkererde. Sie wird trocken undlein vertheilt auf das zu entfettende Tuch gestreut, welches manhierauf zwischen Walzen durchgehen lässt, wobei der Thon, ver-möge seiner Capillarität, das Fett aus der Wolle aufnimmt.

Ockererde nennt man innige Mischungen von Thon und

) n bezeichnet hier eine für verschiedene Arten von Turmalmwechselnde Zahl.